Evangelischer Pfarrer in Steinhagen lehnt deutschen Gruß ab
Der stellvertretende Landrat in Halle i.W. berichtet am 22. Januar 1934 der Staatspolizeistelle in Bielefeld, dass der evangelische Pfarrer Maschke aus Steinhagen, Mitglied im Pfarrernotbund, sich offenbar „mit der heutigen Staatsregierung schwer abfinden“ könne. Als eines von mehreren Beispielen dafür nennt er die Verwendung des Hitlergrußes im Konfirmandenunterricht. Hier hätte Maschke nach Einführung des deutschen Grußes in den Schulen auch im kirchlichen Unterricht den deutschen Gruß eingeführt, allerdings nur mit Heben der rechten Hand und dem Gruß „Heil“.
Als zwei Jungen im Konfirmandenunterricht wider besseres Wissen dennoch mit „Heil Hitler“ gegrüßt hätten, habe Maschke sie zur Rede gestellt. Dabei hätten die Jungen darauf verwiesen, dass man ihnen in der HJ gesagt habe, sie müssten immer mit „Heil Hitler“ grüßen. Maschke habe darauf erwidert, dass im Konfirmandenunterricht der Konfirmationspastor die notwendigen Anordnungen gebe und nicht die HJ. Kinder und Erwachsene würden dann den „Willen des Führers Adolf Hitler recht erfüllen, wenn wir in unserem eigenen Leben und in unserer Umwelt für Ordnung und Zucht sorgten“. Zudem sei das Grußwort „Heil“ gleichwertig mit „Heil Hitler“. Wenn sich die Kinder nicht dem Konfirmationspastor und seinen Anordnungen unterstellen wollten und die Anordnungen des Jungvolk-Führers höher achteten, müssten sie nicht zum Konfirmationsunterricht erscheinen und er könne sie nicht konfirmieren; dann müssten sie sich von ihren HJ-Führern konfirmieren lassen.