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Ereignisse
1934
März

Oberpräsident der Rheinprovinz ordnet rassenideologische Lehrerfortbildung an

Am 15. Dezember 1933 erscheint ein Ministerialerlass über die Fortbildung von Lehrern zu den Themen „Vererbungslehre, Rassenkunde, Rassenhygiene, Familienkunde und Bevölkerungspolitik“, der durch den Oberpräsidenten der Rheinprovinz am 4. Januar 1934 mitgeteilt wird. Dabei wird davon ausgegangen, dass sich die Lehrkräfte aller Schulen in Lehrgängen in Arbeitsgemeinschaften über diese Themen informieren.

Der Oberpräsident der Rheinprovinz bemerkt dazu in einem Schreiben zu den „Richtlinien für die nationalpolitischen Lehrgänge für Lehrer“ vom 14. März 1934, dass dabei nicht nur „biologische Tatsachen“ in den Vordergrund gerückt werden dürften, sondern alle Einzelgebiete „weltanschaulich im Sinne der nationalsozialistischen Bewegung“ durchdrungen werden sollen. Der Schwerpunkt der Lehrgänge habe damit auf dem „Weltanschaulichen“ zu liegen.

Als Hauptaufgabe der „nationalpolitischen Lehrgänge“ wird in dem Schreiben im Sinne der nationalsozialistischen Volksgemeinschaftsideologie die „Pflege des Gemeinschaftsgedankens“ bezeichnet:

„Dem Lehrer im heutigen Staate erwachsen aus dem Gedanken der Volksgemeinschaft heraus weit größere Verpflichtungen als die rein unterrichtlicher und erzieherischer Art. Nur der Lehrer wird in Zukunft zur Jugendführung berufen sein und als solcher anerkannt werden, der selbst in den großen Gemeinschaftsgedanken hineingewachsen ist und der es gelernt hat, sich in den Zwang einer solchen Gemeinschaft einzugleidern. Nicht alle haben das Erlebnis der Frontgeneration mitgemacht, und dieses zu neuem Geiste zu erwecken, soll eine der Aufgaben dieser nationalpolitischen Lehrgänge für Lehrer sein. Aus diesem Grund muss also der Lehrgang den Charakter eines Gemeinschaftslagers tragen, d.h. ein jeder muss sich in die militärisch-straffe Zucht und die absichtlich einfach gehaltene Lebensweise eingliedern. Dem Führer erwächst daraus die Aufgabe, in straffer Zucht sämtliche Teilnehmer des Lehrgangs zu einer wahren Kameradschaft zusammenzufassen. Dazu soll ihm vor allen Dingen der Geländesport dienen. […] Es muss darauf Gewicht gelegt werden, dass diese Lehrgänge nicht zu stark mit wissenschaftlichen Dingen überlastet werden. Es sind vielmehr außer Geländesport auch Gebiete heranzuziehen, die dazu dienen, das Leben der Gemeinscahft zu fördern (Pflege des Liedes, gemeinsame Wanderungen, in denen die betreffende Landschaft volkstümlich erschlossen wird, Fühlungnahme mit den Ortsgruppen der NSDAP u.ä.).“

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