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Ereignisse
1934
Dezember

"Die Fanfare" aus Sicht des BDM

Die BDM-Führerin Lisbeth Willms beschreibt in einem Artikel in der HJ-Zeitung "Die Fanfare", wie die Zeitung ihrer Meinung nach bei den BDM-Mädchen ankommt. Dabei offenbart sie ein Selbstbild des BDM, welches deutlich vom nationalsozialistischen Frauenbild geprägt ist. Mädchen sind nach dieser Auslegung „zart besaitet“ und hätten „ein geringeres Denkvermögen“ als die Jungen. Daher wird die einfache Sprache in der „Fanfare“ begrüßt. Die eher an eine männliche Zielgruppe gerichtete Jugendzeitung wird ihrer Meinung nach akzeptiert. Der „ruppige“ Stil wird als „echt“ und „natürlich“ dargestellt: „Manchmal versetzt uns Mädel ja der Ton, in dem man Spießer und Nörgler zur Rede stellt, in dem man manchmal grobe, aber offene Wahrheiten zu Tage legt, in helles Erstaunen, aber wir erkennen darin unsere HJ-Kameraden, ihre echte, gesunde Natürlichkeit. Und ihre Art, von den Dingen zu reden, die uns sonst Kopfzerbrechen verursachen, ist es, die uns das Verstehen so leicht macht.“

Positiv hebt sie die „Mädelseite“ der „Fanfare“ als Schulungsmaterial hervor: „Die Mädelseite in der Fanfare ist oft Gegenstand der Schulungs- und Heimabende unserer Mädel, ein Beweis dafür, dass sie uns mehr gibt, als eine bloße Lektüre. Kam es auch schon vor, dass die Seite nicht immer nur auf mädelhaftes Denkvermögen zugeschnitten war, so waren es aber gerade die letzten Nummern, die solche Themen brachten, die jeweils im Brennpunkt unseres Geschehens standen und uns den Aufschluss oder die Ergänzung gaben, die noch zum vollkommenen Erfassen und restlosen Begreifen fehlten.“

Auf den BDM-Seiten werden entsprechend der Rolle, die Mädchen und jungen Frauen im Nationalsozialismus zugesprochen wird, oft Bastelanleitungen und häusliche Dekorationsideen gebracht. Diese kämen, so Willms, besonders bei den jungen Mädchen gut an: „Und unsere Jungmädel! Für sie war das Erscheinen eines neuen Spiels, einer niedlichen Bastelarbeit ein Festtag.“

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