"Wanderfest der Industriejugend des Gaues Rheinland im Reichsverband für deutsche Jugendherbergen" - unter dieser Überschrift findet sich in der Essener Nationalzeitung vom 19. September 1934 folgender Artikel:
"Langenberg. Wo jugendliches Leben sich ungetrübter und harmloser Freude hingibt, da erschließen sich nicht nur die Herzen jener, die das Glück haben, sich noch in diesem Kreise als dazugehörig bewegen zu dürfen, da geht auch das Herz dessen auf, der mittun darf als stiller Zuschauer und Beobachter. Wenn es dann aber noch eine Jugend ist, die wieder starke und unverrückbare Ziele und Bestrebungen ihr Eigen nennt (...).
Solch ein herrliches Jugendfest feierte die Industriejugend des Gaues Rheinland im Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen am Samstagabend und am Sonntag in Langenberg. Schon in den frühen Abendstunden des Samstages wimmelte es in dem herrlichen deutschen Städtchen von dem Gesang- und Fanfarengeschmetter der braunen und weißen Blusen, Hochbetrieb herrschte vor der Jugendherberge. Eine Gruppe nach der anderen traf ein und wünschte Unterkunft für die Nacht zu finden, unmöglich sie alle zu fassen, aber kein mürrisches Gesicht kam auf, wenn der im Schweiße seines Angesichts eilende Herbergsvater ihnen eine Strohlager, eine Scheune oder nur Zelte zur Verfügung stellen konnte. Allüberall heitere, unbekümmerte und erwartungsvolle Gesichter. (...)
Die Oberjungbannspielschar Essen eröffnete die Feier des samtagsabends mit schmissig gegebenen Fanfarenmärschen und Fahrtenliedern. Jung und alt hatte seine Freude an den Vortragskünstlern und an ihrer Ernstheit in Vortrag und Haltung. (...)" Weitere Auftritte absolvierten die Gefolgschaft II des Unterbannes II/173 (Essen) Auftritt.
Der nächste Tag begann erneut mit Fanfarenklängen um 7 Uhr. Fahnenappell erfolgte um 8:30 Uhr. "Und dann war für alle Freizeit bis zu dem um 13 Uhr beginnenden Wettsingen." Nach einer "kräftigen Linsensuppe" wurde dann das Kommando zum Beginn des Wettstreits gegeben. "Die Jungvolkspielschar Essen eröffnete den Reigen, und dann folgten in bunter Reihenfolge die Jungmädelpielschar aus Duisburg, die Bannspielschar der HJ Essen-Nord, Mettmann, Essen Süd" und viele andere mehr.
"Die Preisrichter hatten keineswegs ein leichtes Amt, alles waren davon beseelt, den schönen ersten Preis davonzutragen, galt es doch neben einer Klampfe (für Jungen), oder einem Schifferklavier (für Mädel - also nicht der bekannte ‚Hein!') die kostenlose Teilnahme an dem Wanderstreit auf der Burg Stahleck, an dem auch der Reichsjugendführer Baldur von Schirach teilnimmt, zu ergattern."
Der Sieg der Jungen ging dann an die Bannspielschar Wuppertal-Elberfeld, der der Mädchen an die Luisenschule in Düsseldorf. Essener Gruppen belegten einen dritten und einen vierten Platz.