Lage der DJK in Bielefeld
In einem undatierten und nicht adressierten Bericht heißt es zur Lage der DJK in Bielefeld im Frühjahr 1934:
„Die D.J.K.-Vereine in Bielefeld Stadt und Land erhielten im Februar 1934 von dem Sportbeauftragten des Reichssportführers für den Reg. Bez. Minden Spiel- und Startverbot. Es war den DJK-Vereinen verboten, Verbandsspiele gegen Verbandsmannschaften oder -vereine auszutragen. Dieses Verbot soll von den meisten Vereinen auch innegehalten worden sein. Die DJK in Bielefeld trägt schon seit dem vorigen Jahr keine Spiele gegen fremde Gegner mehr aus. Heute werden lediglich wöchentlich noch 2 Turnabende abgehalten.
Die konfessionellen Bindungen bestehen heute allerdings auch noch. Der Präses ist der Vikar Schulte. Dieser hat darüber zu wachen, dass die kirchlichen Pflichten von den Mitgliedern der DJK streng erfüllt werden. So ist es z.B. verboten, an Sonntagen, an denen gemeinschaftliche Kommunion gehalten wird, Spiele auszutragen oder sonstwie Sport zu treiben. Als selbstverständlich wird angesehen, dass die Leute sonntags erst die Messe besuchen, ehe sie Sport treiben, auch wenn derselbe darunter leiden sollte, wie es bei Fahrten nach außerhalb vorkommen kann.
Diese Überwachung durch die Geistlichkeit brachte es mit sich, dass in der DJK tatsächlich nur glaubenstrenge Katholiken organisiert waren. Die leitenden Persönlichkeiten in der DJK setzten sich vorwiegend aus Mitgliedern der Kath. Gesellenvereine zusammen.
Auch in der DJK war es gelungen, die Mitglieder eng an die Kirche und deren Interessen zu binden. Unter den Mitgliedern herrschte zum größten Teil die Kath. Auffassung: erst die Kirche und dann der Staat. Dass sich hierin auch heute noch nicht viel geändert hat, zeigt sich daran, dass heute noch etliche sagen, wenn es mal anders würde und das Zentrum wieder käme, wären sie wieder dabei.
Man kann beobachten, dass ein größerer Teil der katholischen Menschen die nationalsozialistische Weltauffassung noch nicht begriffen hat.
Hinderungsgründe sind in der kath. Geistlichkeit zu suchen, die bis in das erzbischöfliche Sekretariat in Paderborn reichen.
Die Stärke der DJK in Bielefeld betrug bis Ende 1933 70-80 Mitglieder.“