"Starke Nachfrage für Mädchen nach Landhilfe!"
In einem Artikel der Nationalzeitung wird am 11. Februar 1934 die "Zusammenstellung neuer Züge für Hannover, Pommern und Ostpreußen" angekündigt. Dem Artikel ist einerseits die starke Nachfrage nach Mädchen für die Landhilfe, andererseits zwischen den Zeilen aber auch deutliche Kritik an der offensichtlichen Zurückhaltung zu entnehmen, mit der sich die angesprochenen Mädchen der Landhilfe nähern. So heißt es u.a.:
"'Wo bleiben die Landhelferinnen?' - fragen bei der Ankunft der Züge mit Landhelfern die Landwirte, wenn sie am Bahnhof auf sie warten. Von einem zum anderen Male hat man sie vertröstet, und immer wieder müssen sie enttäuscht nach Hause fahren. Es ist ihnen unbegreiflich, dass die Mädchen nichts aufs Land gehen, obwohl sich in der Stadt, wo sie zu tausenden arbeitslos sind, wenig Arbeitsmöglichkeiten bieten.
Vielfach lassen die Mädchen sich durch unbegründete Vorurteile und von den Eltern und bekannten davon abhalten, Stellen in der Landwirtschaft anzunehmen. Und doch sind im vergangenen Jahre Hunderte von Essener Mädchen in die Landwirtschaft gebracht worden.
Wie gut sie sich in die neuen Verhältnisse eingelebt haben, zeigte die Rückkehr der Weihnachtsurlauber, die in der ersten Januarwoche nach dem Osten zurückfuhren. Die Mädchen hatten sich körperlich gut entwickelt und sahen frisch und gesund aus. Gewichtszunahmen von 10-20 Pfund waren keine Seltenheit. (...)
Die Essener Mädchen sind bei den Landwirte beliebt. Dauernd gehen neue Anforderungen ein. Zur Zeit werden Züge zusammengestellt für die Bezirke Hannover, Pommern und Ostpreußen.
Drum, Essener Mädchen, zeigt, dass ihr euch umzustellen wisst und dass ihr keine Arbeit scheut. Beweist, dass ihr mit Überzeugung und Vertrauen hinter unserem Führer Adolf Hitler steht und durch Eure Arbeit mitwirken wollt am Aufbau unseres Vaterlandes."