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Ereignisse
1934
Mai

HJ-Führer droht Nicht-HJ-Mitgliedern mit wirtschaftlichen Nachteilen

Vermutlich Ende Mai 1934 hält der Düsseldorfer Oberjungbannführer Striewe eine Rede für den Eintritt in Jungvolk und HJ, die von einem Düsseldorfer Volksschüler protokolliert und an einen Kaplan weitergegeben wird. Dieser reicht die Mitschrift wiederum an das Erzbischöfliche Generalvikariat in Köln weiter. Demnach hat Striewe sinngemäß Folgendes ausgeführt:

„Deutsche Jungen und deutsche Mädels! Ich bin eigens zu dem Zweck hierhergekommen, um euch zu sagen, dass der später keine Stelle bekommen wird, der nicht in der HJ ist. Es werden zuerst die SA-Leute eingestellt. Dann kommen die anderen, wenn noch eine Stelle für sie frei ist. Es kommt aber keiner in die SA, der nicht vorher in der HJ war. Wer nicht in nationalen Verbänden ist, wird an die Wand gedrückt. Wir sind auf diese Leute nicht angewiesen. Wir holen sie nicht mit Kaffee und Kuchen zu uns, wie es die katholischen Jugendverbände tun. Wir stellen euch Uniformen, wenn ihr sie nicht bezahlen könnt.

Es gibt Lehrer, die nicht nationalsozialistisch sind. Sie äußern ihren Unmut, indem sie die Kinder, welche durch Dienst von den Schularbeiten abgehalten worden sind, schlagen.

Ein guter Lehrer sagt: ‚Junge, du musst deinen Dienst in der Schule genau so tun wie in der HJ. Dann bist du ein ganzer HJ-Junge.‘ Ich hoffe, dass ihr nun verständig seid und alle in die HJ geht. Warum glaubt ihr, wo ihr doch seht, wie wir alles richtig machen, jetzt noch abseitsstehen zu müssen. Also entschließt euch alle für die HJ. […] Wer sich aber nicht dazu entschließen kann, in die HJ oder das Jungvolk einzutreten, wird es noch schwer bereuen. […]

Wenn Jungvolk oder HJ auf Fahrt gehen, haben die katholischen Jungen stets Zeit, in die Kirche zu gehen. Meldet mir den Führer, der dies nicht zulässt. Er wird sofort entlassen werden.

In den katholischen Jugendverbänden ist es so: Wenn der Kaplan hereinkommt, dann müssen alle stillsitzen usw. … Die Kapläne hetzen die Kinder auch vielfach gegen die Regierung auf. Wenn ihr nochmal dergleichen hört, muss die ganze Klasse dagegen protestieren. Wir werden auch noch dahinterhaken.“

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