In einem weiteren Artikel vom 6. Februar 1934 kommentiert Provinzialjugendpfarrer Dr. Voß in der Nationalzeitung den Eingliederungsprozess der Evangelischen Jugend in die Hitlerjugend, auf den erstere „seit Monaten" gewartet habe:
„Durch nicht endenwollende Verhandlungen wurde diese Jugend zwangsläufig in eine unhaltbare Lage hineinmanövriert, die ihrem Wesen größtes Unrecht tat. Ich stelle fest, dass die evangelische Jugend, die ihrem Bunde oder Verbande in diesen schweren Zeiten die Treue hielt, wertvolle Jugend unserer evangelischen Kirche ist, die es nicht verdient, deshalb geschmäht zu werden. Wir achten diese Gefolgschaftstreue und wiesen für diese Jugend den Vorwurf der Reaktion zurück. Hier darf politisches und religiöses Bekennen nicht vermengt werden!
Diese sachliche falsche Deutung wie auch die abwartende Haltung der Verbandsführer hat schweren Schaden gebracht, da das gegenseitige Vertrauen gestört wurde. Wir beklagen das. (...)
Der bisherige Widerstand der evangelischen Verbandsführer, die auf das Innenministerium warteten, weicht nunmehr einer sachlich ruhigen Überlegung. Das Abkommen wird durchgeführt!
Die evangelische Kirche will das Recht zur Verkündigung unter der evangelischen Jugend. Sie kann diesen Anspruch nicht aufgeben, da das nicht in ihrer Hand liegt. Die hat den Auftrag von Gott uns muss dem genügen. Der Staat hat das Recht auf die Jugend seines Volkes und hat die Pflicht, die Jugend zu dem den Staat tragenden Ideengut und zu seiner nationalsozialistischen Weltanschauung zu erziehen. (...)
Ein neues Zeitalter ist angebrochen. Alte Formen zerbrechen und geben Neuem Raum- Die evangelische Kirche erwacht zu neuer Fragestellung und muss sich unter schweren Kämpfen zur Einheit durchringen. Bekenntniskämpfe gehen immer um das Letzte!
Auch die Form kirchlich-evangelischer Jugendarbeit wird auf dem Boden des Neuen eine andere sein müssen. Evangelische Jugend gehört nicht in die Etappe, nicht in den gesicherten Ort eines 'Vereines; sie gehört hinein in die Einheitsfront der deutschen Volksjugend! Das heisst nicht, eine Hand voll Salz in ein Meer streuen, sondern das heisst: Unsere Jugend tritt in die Einheitsfront der deutschen Jugend als bewusste evangelische Jugend ein. Dort in der neuen deutschen Blutsgemeinschaft, in dem vollen Ja zum deutschen Bruder, zur deutschen Schwester, soll sie ihre Einheit erweisen.
Wir geben uns keinen Illusionen hin. Große und schwere Aufgaben warten auf unsere Kirche, unsere Gemeinden und auf das christliche Elternhaus.
Der Jugendführer des Deutschen Reiches hat es in seiner Neujahrsbotschaft ausgesprochen, dass es sehr wohl möglich ist, Angehöriger der HJ zus ein und zugleich dem religiösen Bekenntnis die Treue zu bewahren.
Er hat das Opfer evangelischer Jugend erkannt mit den Worten: ‚Darum gilt der Gruß diesen neuen Kameraden. Gerade wer wie wir das Glück einer festgefügten Kameradschaft erlebt, weiss, was die Preisgabe zugunsten einer großen Organisation für das einzelne Mitglied bedeuten muss. Wir ehren den Entschluss, weil er ein Opfer ist. (...)'
Wir wissen, dass der Reichsjugendführer zu seinem Worte steht, und wissen, dass dieser Geist der klaren und kameradschaftlichen Zusammenarbeit bis in die kleinste Gemeinschaft der deutschen Volksjugend hineingeht, weil wir das erfahren haben.
Wir vertrauen auf dieses Wort und gehen hinein in die grosse Gemeinschaft aller jungen Deutschen, Vertrauen um Vertrauen! Evangelische Jugendarbeit wird im Dritten Reich von Grund auf neu gebaut. (...) Wir stehen in einer Front und kämpfen für das neue Deutschland unseres Führers! Habt Vertrauen zur Kirche und zur Hitlerjugend!"
Neben dem Artikel ist ein Bild aus dem „Haus der Deutschen Jugend Essens" abgedruckt, das u.a. die Dienststelle des Oberbannes I der HJ beherbergt. Dort ist eine „Ehrenhalle für die Gefallenen des Weltkrieges" eingerichtet worden. „Diese schöne, schlichte Gedenkstätte zeigt, dass sich die heutige Jugend mit den Soldaten des Weltkrieges eins fühlt und ihrer Taten stets in Ehrfurcht gedenkt."