Menü
Ereignisse
1934
Februar

"Evangelische Jugend kommt zur HJ - Durch die Einheit der Jugend zur Einheit des deutschen Staates"

In der Nationalzeitung wird ein Aufruf von Gebietsführer Heinz Deinert zur Eingliederung der Evangelischen Jugendverbände in die HJ veröffentlicht. Darin heißt es u.a.:

„Gerade um die Tage, da wir ein Jahr nationalsozialistischer Revolution hinter uns haben, fast genau zu dem Zeitpunkt, da der Führer in seiner Reichstagsrede die große Linie des künftigen Kampfes angab, gerade zu diesem Zeitpunkt vollzieht sich eine Handlung, die als eine entscheidende Etappe im Kampf um die Einigung der deutschen Jugend in ihrer Bedeutung nicht unterschätzt werden darf!

Der Vertrag, den Reichsbischof Dr. Müller als Oberhaupt der evangelischen Kirche und Beauftragter des Führers mit unserem Reichsjugendführer Baldur von Schirach geschlossen, tritt in Kraft.

Auch im Gebiet Ruhr-Niederrhein wird in diesen Tagen die Eingliederung der Evangelischen Jugendverbände in die Hitlerjugend vollzogen.

In zwei großen Kundgebungen, von denen die erste am kommenden Sonntagabend in Essen im Zirkus Hagenbeck stattfindet, wird zum ersten Male neben dem Führer eines Gebietes der Hitlerjugend der Reichsjugendpfarrer der evangelischen Kirche, Pg Zahn, zur geeinten deutschen Jugend sprechen.

Mit ehrlichem Willen und berechtigter Freude nimmt die Hitlerjugend die Kameraden der evangelischen Verbände, die mit ganzem Herzen bereit sind, sich miteinzusetzen in dem großen Kampf um die innere Einheit unseres Volkes als der Voraussetzung einer freien deutschen Nation der Zukunft in ihre Reihen auf. (...)

Wir wenden uns in diesem geschichtlichen Augenblick vor allem an die deutschen Eltern, die zum Teil in Unkenntnis der Wahren Lage zögerten, ihre Jungen uns Mädel zu uns zu schicken und sie den konfessionellen Verbänden ließen.

Deutsche Eltern! Könnt Ihr es mit ansehen und verantworten, dass eure Kinder aus der werdenden Volksgemeinschaft ausgeschlossen werden? (...)"

Abschließend wird Baldur von Schirach zitiert: "Das Deutschland des 9. November 1918 ist an Klassen zugrunde gegangen, wir können das neue Deutschland nur durch die Gemeinschaft wieder aufbauen, und wir Hitlerjungen wollen die Pioniere dieser Gemeinschaftsidee sein!"

"Deutsche Christen! Evangelische Jugend! Schluss mit den konfessionellen Jugendbünden - hinein in die Hitlerjugend! Heute große Kundgebung im Zirkus Hagenbeck"

Am 4. Februar 1934 berichtet die Nationalzeitung:

„Aber noch stehen Tausende deutscher Jungen der konfessionellen Bünde außerhalb der großen Jungengemeinschaft der Hitlerjugend. Um Sie geht unser Ringen!

Der deutschen Zwietracht mitten ins Herz! Darum keine konfessionellen Jugendbünde! Darum nur eine Jugend, die Hitlerjugend! Darum eine revolutionäre Jugend, die die Fahnen der deutschen Revolution bis zu ihrer Verwirklichung dem deutschen sozialistischen Staat voranträgt. (...)

'Ja' oder 'nein' zu dieser Eingliederung! Das ist die Parole, die wir den evangelischen Jugendverbänden für die Riesenkundgebung am heutigen Sonntag, 4. Februar, entgegenschleudern werden. Die Fronten sollen sich endlich klar voneinander scheiden. Mit und für den Führer des deutschen Volkes und Deutschland, oder gegen uns."

Es folgt ein Aufruf an die evangelische Jugend zur Teilnahme an der Kundgebung im Zirkus Hagenbeck. Als Sprecher sind Reichsjugendpfarrer Zahn, HJ-Gebietsführer Deinert, der Essener Polizeipräsident Zech, Provinizialjugendpfarrer Dr. Voß aus Düsseldorf sowie der Essener Schuldezernent Bubenzer abgekündigt.

In einem weiteren Artikel äußert sich unter Überschrift „Evangelische Jugend im Dritten Reich" in seiner Funktion als „kirchlich Beauftragter für die Eingliederung in die HJ im Gau Essen" der evangelische Pastor Hans Schmidt zur Eingliederung und der daraus resultierenden neuen Rolle und Position der evangelischen Jugend:

„Evangelische Jugend im Dritten Reich ist Hitlerjugend oder überhaupt keine Jugend.

Evangelische Jugend im Dritt en Reich kann sich nicht damit zufrieden geben, dass sie 'auch' Hitlerjugend ist. Sie will nur Hitlerjugend, nichts als Hitlerjugend sein.

Evangelische Jugend im Dritten Reich will auch nicht länger konfessionelle Jugend sein. Sie will niciht nachbetende Bekenntnisjugend sein.

Nicht, dass sie es auch 'auch' noch (neben zumeist ganz anderen Dingen) mit Bibel und Bekenntnis zu tun hat. So wie sie sich von ganzen Herzen zu der christlichen Freiheit des Glaubens an Deutschland bekennen will, so will sich auch mit ihrem ganzen jugendlich-revolutionären Wollen im Leben und im Sterben zu dem wahrhaft evangelischen und darum wahrhaft revolutionierenden, Berge versetzenden 'Allein aus Glauben' bekennen.  Evangelische Jugend im Dritten Reich ist Jugend aus Glauben allein. Deswegen ist sie - bei auch noch so freudiger und vorbehaltloser Bejahung von Staat und Kirche - weder 'Staatsjugend' noch 'Kirchenjugend'. Evangelische Jugend im Dritten Reich ist gläubig revolutionäre Volksjugend. Sie will darum nichts länger zu tun haben mit der Treibhausauslese der zu kurz gekommenen, schmollenden und der selbstüberheblichen grollenden, religiösen oberen Zehntausend. Sie ist es Leid, weiterhin ängstlich verärgert darüber zu wachen, dass der aus der Gewitterwolke des Nationalsozialismus entbundene, auch gerade auf religiösem Gebiet so beispiellos fruchtbare Regen, den Gott über das deutsche Land dahingehen lässt, auch ja in den zünftigen, richtig geeichten Kirchenvereinsfingerhüten aufgefangen wird.  Es ist ihr ganz im Gegenteil alles daran gelegen, dass dieser Gottessegen auch recht tief in alles deutsche Land, auch in das allerletzte verhärtete deutsche Kommunistenjungenherz eindringen möge.

Evangelische Jugend im Dritten Reich will nichts für sich allein haben, sie will alles nur für Deutschland haben.

Sie will, dass ihr trotzig-fröhlicher evangelischer Glaube in der, den letzten und verzagtesten Volksgenossen noch umfassenden Liebe zu Volk und Vaterland auch lebendig tätig werde. So wie sie aus dem einen wahrhaft  'evangelischen' Pulsschlage heraus geeinte, eine gläubig revolutionäre [!] Staatsvolk will, und zu dessen Verwirklichung zu ihrem Teil beitragend, in die Hitlerjugend hineingeht und darin aufgeht, so will sie auch das eine wahrhaft 'evangelische' gläubig revolutionäre Kirchenvolk."

Die evangelische Jugend, so heißt es weiter, wolle „die Revolution in die Kirche hineintragen" und so das „Werk der endlichen Einigung in der gesamten deutschen Jugend" vom Glauben aus vollenden. Die evangelische Jugend sei stolz darauf, „auf dem Wege zu der letzten deutschen Einheit mit freiwilliger evangelischer Freudigkeit voranzugehen."

"Ein deutsches Reich - eine geeinte deutsche Jugend"

Am 6. Februar 1934 berichtet die Nationalzeitung über die „gewaltige Kundgebung im Zirkus Hagenbeck für die große Gemeinschaft der Hitlerjugend" vom 4. Februar. „Beugt die Fahne vor der des Führers" heißt es mit eindrucksvollem Foto der Zusammenkunft, an der „zehntausend Volksgenossen" teilgenommen hätten. Zur Tagung heißt es:

Reichsjugendpfarrer Zahn hielt eine programmatische Rede, in der er sich mit der Eingliederung der evangelischen Jugend in die Hitlerjugend befasste. (...)

Gebietsführer Deinert richtete einen Appell an die evangelischen Eltern und bot namens der gesamten Hitlerjugend des Gebietes Ruhr Niederrhein der evangelischen Jugend die Hand zum tatkräftigen Aufbau."

Die Pfarrer Voß aus Düsseldorf und Schmidt aus Hiesfeld hätten in ihren Ansprachen betont, dass die evangelische Jugend geschlossen hinter der HJ stehe und gleichzeitig Jugendpfarrer Wilhelm Busch „aufs Schärfste" verurteilt, der „zu den am Nachmittag stattgefundenen Verhandlungen zwischen Führern der HJ einerseits und Vertretern der evangelischen Kirche andererseits nicht erschienen" sei.

Zum Schluss habe Polizeipräsident Zech das Wort ergriffen und den Wunsch ausgesprochen, „dass bis zum 19. Februar die endgültige Eingliederung der evangelischen Jugend in die Hitlerjugend erfolgt sein werde".

„Mit dem evangelischen Kirchenlied ‚Ein feste Burg ist unser Gott' und dem Horst-Wessel-Lied klang die gewaltige Kundgebung aus."

"Evangelische Eltern! Evangelische Jugend!"

In einem weiteren Artikel vom 6. Februar 1934 kommentiert Provinzialjugendpfarrer Dr. Voß in der Nationalzeitung den Eingliederungsprozess der Evangelischen Jugend in die Hitlerjugend, auf den erstere „seit Monaten" gewartet habe:

„Durch nicht endenwollende Verhandlungen wurde diese Jugend zwangsläufig in eine unhaltbare Lage hineinmanövriert, die ihrem Wesen größtes Unrecht tat. Ich stelle fest, dass die evangelische Jugend, die ihrem Bunde oder Verbande in diesen schweren Zeiten die Treue hielt, wertvolle Jugend unserer evangelischen Kirche ist, die es nicht verdient, deshalb geschmäht zu werden. Wir achten diese Gefolgschaftstreue und wiesen für diese Jugend den Vorwurf der Reaktion zurück. Hier darf politisches und religiöses Bekennen nicht vermengt werden!

Diese sachliche falsche Deutung wie auch die abwartende Haltung der Verbandsführer hat schweren Schaden gebracht, da das gegenseitige Vertrauen gestört wurde. Wir beklagen das. (...)

Der bisherige Widerstand der evangelischen Verbandsführer, die auf das Innenministerium warteten, weicht nunmehr einer sachlich ruhigen Überlegung. Das Abkommen wird durchgeführt!

Die evangelische Kirche will das Recht zur Verkündigung unter der evangelischen Jugend. Sie kann diesen Anspruch nicht aufgeben, da das nicht in ihrer Hand liegt. Die hat den Auftrag von Gott uns muss dem genügen. Der Staat hat das Recht auf die Jugend seines Volkes und hat die Pflicht, die Jugend zu dem den Staat tragenden Ideengut und zu seiner nationalsozialistischen Weltanschauung zu erziehen. (...)

Ein neues Zeitalter ist angebrochen. Alte Formen zerbrechen und geben Neuem Raum- Die evangelische Kirche erwacht zu neuer Fragestellung und muss sich unter schweren Kämpfen zur Einheit durchringen. Bekenntniskämpfe gehen immer um das Letzte!

Auch die Form kirchlich-evangelischer Jugendarbeit wird auf dem Boden des Neuen eine andere sein müssen. Evangelische Jugend gehört nicht in die Etappe, nicht in den gesicherten Ort eines 'Vereines; sie gehört hinein in die Einheitsfront der deutschen Volksjugend! Das heisst nicht, eine Hand voll Salz in ein Meer streuen, sondern das heisst: Unsere Jugend tritt in die Einheitsfront der deutschen Jugend als bewusste evangelische Jugend ein. Dort in der neuen deutschen Blutsgemeinschaft, in dem vollen Ja zum deutschen Bruder, zur deutschen Schwester, soll sie ihre Einheit erweisen.

Wir geben uns keinen Illusionen hin. Große und schwere Aufgaben warten auf unsere Kirche, unsere Gemeinden und auf das christliche Elternhaus.

Der Jugendführer des Deutschen Reiches hat es in seiner Neujahrsbotschaft ausgesprochen, dass es sehr wohl möglich ist, Angehöriger der HJ zus ein und zugleich dem religiösen Bekenntnis die Treue zu bewahren.

Er hat das Opfer evangelischer Jugend erkannt mit den Worten: ‚Darum gilt der Gruß diesen neuen Kameraden. Gerade wer wie wir das Glück einer festgefügten Kameradschaft erlebt, weiss, was die Preisgabe zugunsten einer großen Organisation für das einzelne Mitglied bedeuten muss. Wir ehren den Entschluss, weil er ein Opfer ist. (...)'

Wir wissen, dass der Reichsjugendführer zu seinem Worte steht, und wissen, dass dieser Geist der klaren und kameradschaftlichen Zusammenarbeit bis in die kleinste Gemeinschaft der deutschen Volksjugend hineingeht, weil wir das erfahren haben.

Wir vertrauen auf dieses Wort und gehen hinein in die grosse Gemeinschaft aller jungen Deutschen, Vertrauen um Vertrauen! Evangelische Jugendarbeit wird im Dritten Reich von Grund auf neu gebaut. (...) Wir stehen in einer Front und kämpfen für das neue Deutschland unseres Führers! Habt Vertrauen zur Kirche und zur Hitlerjugend!"

 

Neben dem Artikel ist ein Bild aus dem „Haus der Deutschen Jugend Essens" abgedruckt, das u.a. die Dienststelle des Oberbannes I der HJ beherbergt. Dort ist eine „Ehrenhalle für die Gefallenen des Weltkrieges" eingerichtet worden. „Diese schöne, schlichte Gedenkstätte zeigt, dass sich die heutige Jugend mit den Soldaten des Weltkrieges eins fühlt und ihrer Taten stets in Ehrfurcht gedenkt."

"Einheitsfront Hitlerjugend - Evangelische Verbände"

"Ab 19. Februar - Der Weg zur neuen Volksjugend - Evangelium und Staat als Erziehungsgrundlage", so die Unterüberschrift eines Artikels in der Essener Nationalzeitung, der sich mit der Eingliederung der Evangelischen Jugend in die Hitlerjugend befasst. Unter anderem heißt es darin:

"In diesen Tagen vollzieht sich in dem mit mannigfachen Jugendverbänden und -gruppen besonders stark durchsetzten Bereich des Obergebietes West der Hitlerjugend eine denkwürdige Entwicklung, die den Anfang des großen Einigungswerkes auf dem Gebietes der Jugendorganisationen darstellt; Es handelt sich um die harmonische Eingliederung der gesamten evangelischen Jugend in die Hitlerjugend. (...)

Der mit der Einordnung der evangelischen Jugend in die Hitlerjugend des gesamten Obergebietes West beauftragte Provinzialjugendpfarrer Dr. Voß (Düsseldorf) ist tatsächlich bemüht, den im Jugendabkommen vom 19. Dezember 1933 zwischen Reichsbischof und Reichsjugendpfarrer vereinbarten Termin zum endgültigen Abschluss des Einigungswerkes , nämlich den 19. Februar, unter allen Umständen einzuhalten. Für den 4 März 1934 ist der denkwürdige Tag vorgesehen, an welchen im feierlichen Gottesdienst der neue Bund zwischen evangelischer und Hitlerjugend in allen deutschen Gauen seine Weihe erhält. (...)

Bei den einzugliedernden evangelischen Jugendverbänden

 handelt es sich vor allem um den Westdeutschen Jungmännerverband, den Bibelkreis, den Bund christdeutscher Jugend sowie die Evangelische Arbeitervereinsjugend auf Seiten der männlichen Jugendorganisationen.

Von den Einrichtungen der weiblichen Jugendkommen für die Einordnung hauptsächlich in Betracht der Verband für die evangelische weibliche Jugend, der Mädchenbibelkreis, die Neulandbewegung sowie die evangelische Arbeiterinnen-Vereinsjugend. Nach den letzten Erhebungen gab es innerhalb der Rheinprovinz rund 38000 Jugendliche, die in den evangelischen Jugendorganisationen sich zusammengeschlossen hatten. Ein Zeichen, in welch starkem Maße sich gerade die organisierte evangelische Jugend bereits vor dem eigentlichen Beginn der Einigungsaktion zur neuen Volksjugend bekannte, ist, dass man in der rheinischen Hitlerjugend schon am 1. Oktober 1933 rund 47000 ehemalige Angehörige der evangelischen Verbände zählen konnte.

Bemerkenswert ist, dass an sich die oben genannten Organisationen weiterhin selbständig [!] bestehen bleiben sollen. Der Hitlerjugend kommt es drauf an, nur die Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahre aus den Verbänden herauszuführen, um sie restlos in ihren eigenen Reihen nach den Grundsätzen der neuen Staatserziehung heranbilden zu können. Die weibliche Verbandsjugend wird bis zum Alter von 21 Jahren vom Bund deutscher Mädel erfasst."

Die Grundlage der Erziehungsarbeit an neuen Jugendlichen in der evangelischen Jugend werde neben dem bewährten Arbeitsplan der Hitlerjugend vor allem eine besondere 'Jugendordnung' bilden, über dessen Aufstellung sich Führungspersonen beider Seiten werden noch beraten werden.  "Diese Jugendordnung soll ganz auf dem Prinzip der Freiwilligkeit beruhen, d.h. das Verhältnis zwischen Volksjugend und Kirche wird auf der Basis gegenseitigen Vertrauens so geregelt, dass auch jeglicher Zwang auf Seiten der Eltern vermieden wird. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhange die eindeutige Erklärung des stellvertretenden Reichsjugendführers, dass sich die Hitlerjugend bewusst von jeglichen Kirchenpolitischen Auseinandersetzungen fernhalten will und deshalb auch die in evangelischen Kreisen geäußerten Befürchtungen wegen der Herausbildung einer sogenannten 'Dritten Konfession' durchaus unbegründet. (...)

Man begrüßt die neuen evangelischen Kameraden als wertvolle Kräfte am Wiederaufbau, die neben der kirchlichen Gemeinde besonders dazu ausersehen sind, das Evangelium stärker denn je auch sämtlichen Gliedern der Hitlerjugend zu übermitteln. Den bisherigen Führern der evangelischen Jugend wird durch besondere Schulungsabende usw. reichlich Gelegenheit gegeben, das erzieherische Gedankengut der neuen Volksjugend kennenzulernen. Wie von allen anderen evangelischen Kameraden wird auch von ihnen zunächst selbstlose Unterordnung innerhalb des Gesamtorganismus gefordert - als selbstverständliche Voraussetzung zur Führereigenschaft. (...)

Die Jugendordnung bezweckt im Einzelnen eine klare Gliederung der kirchlichen Pflichten der neuen Volksjugend: Die Kinder besuchen nach ihrem Schuleintritt den Kindergottesdienst der Gemeinde. Mit der Aufnahme in den kirchlichen Unterricht scheidet das Kind aus dem Kindergottesdienst aus. Katechumenen und Konfirmanden besuchen den Hauptgottesdienst. Für die Unterrichtung der Konfirmanden strebt man die Schaffung eines besonderen Lehrplanes an.

 Die Gemeinschaft der Konfirmanden soll in Zukunft im kirchlichen Braunhemd vor den Altar treten. (...)

So zum Beispiel wird man sich über die günstigste Zeit des Sonntagsgottesdienstes einigen. Nach einem vorläufigen Plane sollen der kirchlichen Jugendarbeit zwei Nachmittage in der Woche und en Sonntag im Monat vorbehalten bleiben, während die Volksjugend weitere zwei Nachmittage wöchentlich sowie den Sonntag für sich beansprucht."

Baum wird geladen...