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Ereignisse
1934
Januar

Bonner Pfarrer beklagt Kluft zwischen Kirche und Staat

Hellmuth Brinkmann, Pfarrer an St. Nikolaus in Bonn, schreibt am 6. Januar 1934 an den Erzbischof:

„Weite Kreise kirchentreuer, gutgesinnter Katholiken können es nicht begreifen, dass man die Kluft zwischen Staat und Kirche immer größer werden lasse, dass von nun an die heranwachsende Jugend neben Elternhaus und Schule in einer gewissen Feindschaft zur Kirche stehen sollen, die sich aus der jetzigen Stellungnahme der kirchlichen Behörde der HJ und dem JV gegenüber naturgemäß ergibt, – und das alles um einer noch nicht sehr alten, wenn auch erprobten Form der Seelsorge willen. Die meisten Jungen und Mädchen und sehr viele der SA und SS Leute sehen bereits in jedem Geistlichen, der ihnen begegnet, einen Feind der NS Bewegung und damit des Vaterlandes. […] Die Mehrzahl der katholischen Jugend steht schon aufseiten der HJ und des JV und bald werden es alle sein, wenn nicht freiwillig dann zwangsweise. Der Schaden, der aus diesem Kampf für die katholischen Jugendverbände der Kirche erwächst und damit den Seelen, ist weit größter als der Nutzen. Wir haben leider angefangen, uns die deutsche Jugend gründlich zu entfremden.“

[Eintrag unvollständig]

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