HJ in Oberhausen provoziert katholische Kirche
In Oberhausen werden am Abend des 25. Februar 1934 vervielfältigte Plakate in Maschinenschrift geklebt, auf denen die Verkündigung der Kölner Pfarrgeistlichkeit vom 4. Februar 1934 "Verwahrung gegen Verunglimpfung der katholischen Jugend" abgedruckt ist.
Am gleichen Abend kommt es zu einem Zwischenfall zwischen einer HJ-Gruppe und den Bannerträgern des Jungmännervereins Herz-Jesu, die beim „Ewigen Gebet“ an der Prozession teilgenommen und die Banner aus dem Sturmscharheim in die Kirche geholt hatten.
In der Folge werden am nächsten Morgen bei verschiedenen Neudeutschen – erfolglose – Haussuchungen der Polizei vorgenommen in der Annahme, in den Neudeutschen diejenigen zu finden, die das Plakat angeklebt haben. Auch die Wohnung des Präfekten des Jungmännervereins St. Marien wird durchsucht, wo man den Text der Erklärung, allerdings in einer anderen Form findet. Der Präfekt wird daraufhin ins Polizeigefängnis gebracht und dort einen halben Tag festgehalten. Der Präfekt kann jedoch glaubhaft versichern, nicht an der Plakataktion beteiligt gewesen zu sein. Den Text habe er vom Leiter des Führerrings der Katholischen Jugend, Kaplan Wrede, zur Information bekommen.
Daraufhin wird bei Kaplan Wrede eine Haussuchung vorgenommen. Obwohl man nichts Belastendes findet, wird er zur Vernehmung ins Polizeipräsidium geführt. Wrede versichert, von der Erklärung als verantwortlicher Leiter der Katholischen Jugend Oberhausens 50 Exemplare beschafft und privat an die Geistlichen und katholischen Jugendführer habe überbringen lassen. Das Ankleben der Plakate missbilligt er.
Am 27. Februar wird dann der Bezirkssturmscharführer W. Pannenbecker und ein Sturmschärler Fensch unter dem Verdacht der Täterschaft in Haft genommen, wo Pannenbecker die Herstellung der Plakate zugibt. Als Begründung gibt er an, sich für berechtigt gehalten zu haben, da die Erklärung in Köln öffentlich gegeben worden sei. Er habe dies als Gegenmaßnahme gegen die „dauernde Schikanierung“ der katholischen Jugend in Oberhausen getan. Dabei beruft er sich auf die Veröffentlichung der Regierungsverfügung vom 19.2.1934 in der Nationalzeitung und der Ruhrwacht, in der, entgegen der bei der Polizei vorliegenden Verfügung, von einem Verbot der „Werbung in Wort und Schrift“ nicht die Rede gewesen sei.
Im Laufe der nächsten Tage werden zwei weitere Sturmschärler festgenommen, die bei der Vervielfältigung und beim Kleben des Plakats beteiligt waren.
Als Reaktion auf die Plakataktion werden zwischen dem 28. Februar und 2. März 1934 nachts von der HJ unter dem Schutz von SA und SS an verschiedenen Stellen der Stadt an Jugendheimen, besonders in der Nähe der Herz-Jesu-Kirche mit Fußbodenfarbe folgende Inschriften angebracht: „Wir wollen Seelsorger, aber keine Hetzer!“, „Wir gehen auch in die Kirche“, „Chiro am Galgen“, „HJ marschiert – Sturmschar krepiert“. Zudem erfolgen Störungen bei den Häusern bekannter katholischer Jugendführer durch demonstrierende Gruppen und Klebekolonnen.
In der Nacht 28. Februar/1. März 1934 wird überdies das Heim des Jungmännervereins in der Mülheimerstraße schwer beschädigt: Mobiliar, Bilder und das Kruzifix werden zertrümmert. Die Polizei erklärt sich erst nach längerem Zögern bereit, den Tatbestand aufzunehmen.
Am Abend zieht eine Gruppe HJ zu dem katholischen Jugendheim am Brücktor und in die anliegenden Straßen und ruft im Sprechchor: „Katholische Jugend, hinein in die Hitlerjugend! Wir wollen Seelsorger und keine Hetzer!“
Zur gleichen Zeit wird in der Pfarre Herz-Jesu vor den Wohnungen der Geistlichen gerufen: „Deutschland erwache! PX verrecke!“
Auch im Heim auf dem Carl-Mosterts-Platz wird eingebrochen und Teppiche gestohlen. Schon zuvor war das Heim bei einem nächtlichen Überfall schwer demoliert worden.
Der Polizeipräsident lädt daraufhin am 2. März 1934 Bannführer Hinninghofen der HJ zu einer Besprechung und bittet darum, in der HJ für eine „baldige Beruhigung“ einzutreten. Dies sagt der Bannführer zu, stellt jedoch die Bedingung, dass Kaplan Wrede und Bezirkspräses Schmitz folgende Erklärung abgeben:
„Ich bestätige hiermit, dass ich von den Aktionen (Kleben der Schreiben der Kölner Geistlichen) weder gewusst noch beabsichtigt habe, dadurch die Jugend Oberhausen (HJ und KJ) irgendwie zu beunruhigen. Ich erkläre, dass ich persönlich für die Erhaltung des nun eintretenden Burgfriedens haften werde, nachdem mir bekannt geworden ist, dass die HJ die Anweisung an ihre Mitglieder ergehen lässt, weder persönlich noch durch Beschriftung gegen die katholische Jugend vorzugehen.“
Zur Unterzeichnung des letzten Teils der Erklärung zeigt sich auch der Bannführer bereit.
Die Forderung von Bannführer Hinninghofen wird Kaplan Schmitz am Abend des 2. Februar 1934 von einem Polizeibeamten überbracht. Schmitz erklärt sich dazu in einem Telefonat am 3. Februar 1934 mit Hinninghofen bereit, stellt aber auch seinerzeit die Forderung, dass der Bannführer eine entsprechende schriftliche Erklärung abgeben müsse. Dies lehnt Hinninghofen ab. Schmitz unterrichtet daraufhin den Oberregierungsrat, der volles Verständnis hat, dass Schmitz keine einseitige Erklärung abgeben möchte.
Am Abend des 4. März teilt die Bannführung dann mit, dass der „Burgfrieden“ auch ohne die Erklärung eintreten werde.
Bereits einen Tag später werden jedoch in Lirich folgende Inschriften angebracht: „Nieder mit den Schwarzen“, „Wir sind mit anderen Leuten fertig geworden als mit Kaplänen“, „PX – am Galgen – verrecke“. Zudem veranstaltet die HJ während der Gottesdienstzeit an der Kirche einen lauten Propagandamarsch für die HJ-Zeitung „Fanfare“.
Am selben Tag wird auf dem Petersplatz gegenüber dem Pfarrhaus geschrieben: „Schwarzröcke, die hetzen, werden wir in den Ruhestand versetzen“ und „Hitlerjugend marschiert“.
Dem sind bereits zuvor Auseinandersetzungen zwischen der örtlichen HJ und der katholischen Jugend von St. Peter vorausgegangen. Hier darf die HJ an zwei Tagen pro Woche die Räumlichkeiten nutzen, die der katholischen Jugend von der Concordia Bergbau AG zur Verfügung gestellt worden sind mit dem Resultat, dass die HJ als Erstes das Kruzifix aus dem Raum entfernt und durch ein Werbeplakat für die HJ ersetzt. Die Beschwerde des zuständigen Pfarrers bleibt wirkungslos, statt dessen klebt eine Gruppe HJ am Pfarrhaus und beim Kirchportal weitere Plakate und bringt besagte Inschrift an. Zudem stellt sie sich am Nachmittag gegenüber dem Pfarrhaus auf und spricht einen Werbesprechchor für die „Fanfare“. Ein Junge wird sogar ins Pfarrhaus geschickt, um eine Zeitung zu verkaufen.
Der Pfarrer lässt die Inschrift dann am selben Tag fotografieren mit dem Ergebnis, dass kurz darauf eine Gruppe von etwa 6 Hitlerjungen und 6 BDM-Mädchen die Herausgabe der Fotos bzw. Platten fordert mit dem Vorwurf, damit werde Gegenpropaganda geplant. Nach dem Namen gefragt verweigert der Wortführer, der sich „sehr frech und herausfordernd“ benimmt, die Antwort. Die Gruppe zieht dann ab, jedoch nur, um den Unterbannführer zu holen. Dieser, ein Herr Ohletz, erscheint dann in Begleitung eines Schutzmannes. Wieder wird die Herausgabe der Platten verlangt, diesmal mit Unterstützung des Polizisten. Schließlich gibt der Pfarrer die Sachen heraus, fordert im Gegenzug jedoch die Beseitigung der Inschrift. Nachdem sich Ohletz geweigert hat, dies durch die HJ besorgen zu lassen, übernehmen die Aufgabe einige junge Leute aus der Gemeinde. Sie werden jedoch nicht fertig. Am Abend erscheinen, wohl auf Anweisung von Bannführer Hinninghofen, einige Hitlerjungen, die gleichfalls versuchen, die Inschrift zu beseitigen. Sie bekommen ebenfalls nicht alles weg, so dass nun zwar der Satz „Hitlerjugend marschiert“ verschwunden ist, nicht jedoch die Hauptinschrift.
Bei den gesamten Vorgängen sieht Schmitz die HJ klar als Aggressor: „Ich muss ausdrücklich feststellen, dass es nicht stimmt, dass dies alles eine Folge der Kleberei der K.J. am vorigen Sonntag ist. Diese Kleberei war nur eine Folge von einer Reihe von untragbaren Verunglimpfungen der HJ in Wort und Tat, wie wir schon bei der Vernehmung angegeben haben. Wir müssen feststellen, dass nach Aussage des Herrn Bannführers bereits am Freitagabend ein hemmender Befehl an die HJ ergangen ist, nach dem oben Genannten aber scheinen die Gefolgschaften zu diesem Burgfrieden noch nicht entschlossen zu sein.“
Schmitz bittet daher den Polizeipräsidenten von Oberhausen, der Polizei Anweisung zu geben, dass gegen jede „Schmiererei auf Häuser und Straßen, insbesondere gegen die Geistlichkeit und das Christus-Symbol schärfstens vorgegangen wird“.
Die katholische Jugend sei schon vor Wochen angewiesen worden, die polizeilichen Vorschriften in jeder Weise einzuhalten, und dafür würde sich die Geistlichkeit auch weiter einsetzen.
Die Auseinandersetzungen zwischen HJ und katholischer Jugend gehen trotz des angekündigten „Burgfriedens“ weiter. Von der Polizei kommt dabei zunächst wenig Unterstützung, teils stellt sie sich sogar deutlich auf die Seite der HJ.
So wird der Forderung von Wrede und Schmitz bei der Polizei am 5. März, die namentlich bekannten Mitglieder von Jungvolk und HJ, die die oben geschilderten Inschriften angebracht haben, zu vernehmen, zunächst nicht nachgekommen. Die Politische Polizei übernimmt die Sache nun, und diese, so der Eindruck von Schmitz, führt die Nachforschungen längst nicht mit derselben Energie durch wie die gegen die Sturmschärler. Dieser Eindruck wird noch dadurch gefestigt, dass die PP Fotos des demolierten Heims in der Mülheimer Straße, die der zuständige Kaplan angefertigt hat, im Fotoladen beschlagnahmt und nicht herausgibt.
Zudem gibt sie der HJ die Erlaubnis in Oberhausen Werbeinschriften für die HJ-Zeitung „Fanfare“ und für die HJ anzubringen. Die HJ, so Schmitz, missbrauche dies dazu, statt der Werbeinschriften Hetzschriften gegen den Klerus zu verfassen.
Die Bannführung gießt währenddessen weiter Öl ins Feuer: Am selben Tag behauptet der Bannführer, die am 2. und 3. März aus der Schutzhaft entlassenen Sturmschärler würden Material gegen die HJ und ihren Kampf nach dem 27.2.1934 sammeln. Wenn dies so weitergehe, werde er die Leute hinbringen, wohin sie gehören.
Am Abend des Tages wird an einer Schule erneut eine Inschrift „Chiro am Galgen“ – „Verrecke“ angebracht. Schmitz vermutet dahinter dieselbe Jungvolkgruppe, die bereits zuvor die Schmierereien angebracht hat. Dafür hätte sich der Führer der Jungvolkgruppe entschuldigt.
Als mögliche Ursache für die Eskalation macht Schmitz einen Vorfall am 3. März 1934 geltend. Am Abend des Tages findet die Eingliederung der Evangelischen Jugend in die HJ statt. Katholische Mitglieder, denen die Teilnahme zuvor freigestellt worden ist, ziehen in großer Zahl mit in die Kirche. Anschließend findet eine Feier auf dem Altmarkt statt, bei der Oberbannführer Rehfeld „hetzende Tiraden gegen die katholische Jugend und ihre geistlichen Führer“ loslässt, über die selbst die katholischen Mitglieder von Jungvolk, BDM und HJ empört sind.
Am 7. März findet dann eine dreistündige Aussprache zwischen dem Kreisleiter, Bannführer Hinninghofen und fünf Vertretern der Geistlichkeit von Groß-Oberhausen statt, auf der man sich auf einen „Burgfrieden für die Zukunft“ einigt.
Seitens der Kirche wird dabei allerdings einschränkend hinzugefügt, dass die Leitung der HJ jegliche Zusammenarbeit mit den katholischen Jugendvereinen ablehne, da sie erwartet, dass vor Ablauf des Jahres die katholische Jugend zur HJ komme.
Kaplan Schmitz schildert die Besprechung folgendermaßen:
„Die Herren der HJ [Bannführer Hinninghofen und Unterbannführer Jünger] stellten sich während der ganzen Verhandlung auf den Standpunkt, dass Schuld an den Unruhen nur die katholische Jugend durch das Ankleben der Kölner Erklärung sei. Demgegenüber wurde von uns festgestellt, dass der in Oberhausen bisher übliche Zustand der Ruhe seit der Störung der Kundgebung im Apollo-Theater durch die HJ gebrochen worden sei. Eine Folge dieser Beunruhigung sei das Kleben der Plakate gewesen.
Von unserer Seite wurde bei der Besprechung der Hauptwert gelegt auf die Stellung der Geistlichkeit in dem Streite der letzten Wochen. Herr Bannführer Hinninghofen hielt die Vermutung offen, dass auch am Kleben der Plakate eine Geistlicher mit verantwortlich sei. Dieser Punkt soll polizeilich weiterverfolgt werden. Auf unsere Frage stellte er fest, dass ihm in Oberhausen kein Geistlicher bekannt sei, der gegen die HJ gehetzt hat. Demggenüber stellen wir fest, dass in der ganzen vergangenen Woche in Oberhausen die Geistlichen schlechthin durch Inschriften und öffentliche Reden […] irgendwie in den Verdacht der Hetzerei gebracht worden sind, sodass für das gegenwärtige und zukünftige Ansehen der Geistlichen als Seelsorger, besonders in den der HJ nahestehenden Kreisen, eine große Schädigung vorliegt. Wir stellten fest, dass eine solche Schädigung der Gemeinschaft durch die ‚Vermutung‘ bezüglich eines einzelnen in keiner Weise gerechtfertigt werden kann. Wir verlangten deshalb von dem Bannführer eine öffentliche Ehrenerklärung für die katholischen Geistlichen Oberhausesn. Er verspricht, sie zu geben, wenn seine Vermutung bezgl. des einzelnen durch die polizeiliche Untersuchung sich als haltlos erwiesen hat. Wir befürchten, dass die Ehrenerklärung erst dann kommt, wenn sie für uns keine Bedeutung mehr hat. Die HJ wünscht von uns unbedingte Einhaltung der polizeilichen Verbote und Unterlassung jeden Kampfes gegen die HJ im allgemeinen und besonderen. Wir sagten das als Selbstverständlichkeit zu. Unsere Wünsche an die HJ waren neben der obengenannten Ehrenerklärung vor allem folgende:
- Einstellung des Terrors gegen die K.J. in der Öffentlichkeit und im Privatleben. Der Kreisleiter und der Bannführer sind nicht einverstanden mit der Anordnung des NSDLGB-Führers wonach der Lehrer durch Druck auf seine Klasse dafür sorgen soll, dass die ganze Klasse baldigst dem DJV oder BDM angehören soll.
- Es wird vereinbart, dass Verstöße auf beiden Seiten sofort der Bannführung bzw. der Leitung der HJ mitgeteilt werden, damit sofortige Bereinigung erfolgen kann.
- Wir wünsche, dass die Bannführung am zweiten Sonntag den Dienst so spät festsetzt, dass alle Mitglieder der HJ an der Jungmännerkommunion teilnehmen können. Dies wurde […] wie der Wunsch einer besseren Berücksichtigung unserer Sonntagsgottesdienste durch die HJ nicht fest zugesagt.“
Am 22. März 1934 schickt Kaplan Wrede noch einmal einen zusammenfassenden Bericht an den Düsseldorfer Regierungspräsidenten, in dem er seine Sicht aufzeigt, wie es zu der Eskalation zwischen HJ und katholischer Jugend bzw. Kirche hat kommen können.
Seiner Meinung nach begannen die Auseinandersetzungen nicht erst mit dem Ankleben der katholischen Plakate, sondern mit vorherigen Provokationen durch die HJ. So sei im Anschluss an eine genehmigte Veranstaltung der katholischen Jugend im Apollo-Theater von einem Hitlerjungen auf offener Straße ein Christusbanner zerschnitten und geraubt worden. Die katholische Geistlichkeit habe „in Liebe und feinem pädagogischen Geschick“ versucht, die Sache zuzudecken. Doch bald darauf sei im Jugendheim in der Mülheimer Straße eingebrochen worden und das Mobiliar, darunter ein Kruzifix, zerstört worden.
Danach sei es zu den „aufs Tiefste entehrenden Inschriften an Mauern und Zäunen“ gekommen. Wrede nennt hier folgende Beispiele:
„DJ, HJ geht auch zur Kirche!/ (Zeichnung) Christuszeichen am Galgen/ Verrecke/ Wir sind schon mit anderen fertig geworden als mit Kaplänen“
„(Zeichnung) Christuszeichen am Galgen/Nieder mit den Schwarzen“
„Staatsfeindliche Pfaffen an die Wand“
„Geistliche, die hetzen, werden wir in den Ruhestand setzen“
„Wir wollen Seelsorger, keine Hetzer“
Viele der Inschriften sind sehr groß, eine fast zwei Meter hoch. Ein Jungvolkjunge wurde beim Anbringen eines Christuszeichens am Galgen aufgegriffen und teilte mit, ihm sei das Anschreiben eigentlich von seiner Mutter verboten worden.
Oberhausen, so Wrede, habe „geradezu ein grauenhaftes Bild“ geboten. Dies habe auch den Sammlungen für das WHW Abbruch getan, was der ärmeren Bevölkerung schade.
Weiter teilt Wrede mit, dass die polizeilichen Untersuchungen keine Beteiligung katholischer Geistlicher an dem Plakatkleben ergeben habe. Nun warte man auf die versprochene Ehrenerklärung von Hinninghofen.
Auch erinnert Wrede noch einmal an die Rede von Oberbannführer Rehfeld bei der Eingliederung der evangelischen Jugend. Katholische Jugendliche aus HJ und BDM seien darüber sehr entrüstet gewesen, hätten sich zum Teil die Ohren zugehalten und mit den Füßen gescharrt.
Diese Rede wurde von einigen Jungvolkjungen, die an den Inschriften beteiligt waren, als Legitimation verwendet, da Rehfeld u.a. „Nieder mit Schwarzen“ gefordert habe.
Wrede endet mit den Worten: „Es geht generell um das Ansehen und die Autorität der Oberhausener Geistlichen überhaupt, die in gleichem Maße Seelsorger für die Hitlerjugend zu sein sich bemühen wie das zu geschehen hat gegenüber jedem katholischen Menschen. Ich betrachte uns als Glieder des Volkes, um Gott und dem Volk zu dienen.“
Im Antwortschreiben von Regierungspräsident Schmid vom 4. April 1934 heißt es, er werde „wie bisher bemüht bleiben, für eine weitere allgemeine Beruhigung hinsichtlich des Verhältnisses der Jugend-Organisationen untereinander Sorge zu trage und spreche die Erwartung aus, dass auch von Seiten der Geistlichkeit auf die katholische Jugend dahin eingewirkt wird, dass künftig Anlässe zu Auseinandersetzungen vermieden werden“.