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Ereignisse
1934
Mai

HJ drangsaliert katholische Jugend aus Köln-Niehl

Im Anschluss an einen religiösen Vortrag eines Dominikanerpaters werden die Mitglieder des katholischen Jungmännervereins aus Köln-Niehl am 15. Mai 1934 auf ihrem Heimweg von der HJ, die zuvor geschlossen vor dem Heim angetreten ist, überfallen, durchsucht, mit Riemen geschlagen und verfolgt.

Wenige Tage später, am 25. Mai, kommt es zu einem erneuten Zwischenfall, als Hitlerjungen während eines Jungmännerabends in der Wohnung des Präses Steine gegen die Fensterläden werfen. Nachbarn beobachten den Vorgang und sind darüber sehr entrüstet.

Bei der von der Kölner Pfarrgeistlichkeit angesetzten Jugendfeier kommt es dann zu einer weiteren Provokation, als eine Gruppe Jugendlicher, angeblich alles Hitlerjungen, während des Glaubensbekenntnisses und bei den Sakramenten sitzen bleibt, obwohl nicht alle von ihnen evangelisch sind.

Am Abend vor der Fronleichnamsprozession hängen dann Mitglieder von der NSDAP Leinenstreifen über die Straße, durch die die Prozession am nächsten Tag führen soll, auf denen steht: „Weg mit den Mießmachern, Nörglern […], Nichtskönnern, Gerüchtemachern!“

Bei der Prozession selbst wird dann von einem Polizeibeamten – vermutlich auf Veranlassung eines am Weg stehenden NSDAP-Mitglieds – das Entfernen des Christusbanners des Jungmännervereins befohlen, obwohl der Verein selbst nur in Zivil teilnimmt.

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