DJK in Sürth zerschlagen
In Sürth wird in der ersten Jahreshälfte 1934 ein neuer Verein für Leibesübungen gegründet. Um die Genehmigung für die Neugründung zu bekommen, geht der Vorstand eine mündliche Verpflichtung ein, sämtliche Jugendlichen in die HJ zu überführen. Dafür wird von der politischen Behörde ein „energisch wirkender Führer“ ernannt. Auf die jugendlichen Mitglieder wird anschließend „stärkster und andauernder Druck ausgeübt, der HJ beizutreten“.
Mit diesem Vorgehen wird die DJK-Abteilung in Sürth zerschlagen und zwar, so ein Bericht der katholischen Kirche aus Sürth an das Erzbischöfliche Generalvikariat in Köln, „trotz der ausdrücklichen Anweisung der Reichsleitung der DJK, und entgegen den Weisungen der Bischöfe und unter Umgehung und teilweiser Hintergehung des Präses“. Der Vorstand habe sich damit „wochenlang zum Werkzeug derer gemacht, die in unsere bisher festgefügt katholische Jugendarbeit in Sürth eine Bresche schlagen wollten“.
Zudem habe der Vorstand auch andere Kölner Vereine der DJK beeinflusst, die nun dem „schlechten Beispiel“ gefolgt seien.
Durch das Vorgehen des neuen Vereins hat der Stammverein einen erheblichen Teil seiner Mitglieder verloren. Andere sind der DJK „treu geblieben“ und warten die Regelung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche ab.
Der neue Verein erbittet nun die Überlassung des Sportplatzes der DJK und sieht sich hier auch in einem „moralischen Recht“, da Mitglieder des Vereins zahlreiche Arbeitsstunden für den Platz investiert haben. Dies lehnt die Kirche jedoch ab: „Ein moralisches Recht besteht insofern nicht, als er sich dieses durch sein Verhalten verwirkt hat und die angeführten Arbeiten ohne Genehmigung des Kirchenvorstandes ausgeführt wurden.“ Zudem entfalle die Hälfte der Arbeitsstunden auf Mitglieder, die der DJK treu geblieben seien.