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Ereignisse
1934
April

Sturmschar in Düsseldorf-Oberkassel verliert Heim an HJ

Die Sturmschar des katholischen Jungmännervereins Düsseldorf-Oberkassel hat sich 1931 am Heerdter Sandberg in einem ehemaligen Schuppen hinter dem Haus eines Herrn Knickmann ein Heim eingerichtet, welches Herr Knickmann ihr kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Die Jungen setzen den Schuppen mit geringem Aufwand instand und möblieren ihn mit Stühlen, einem Tisch, einem Öfchen, Petroleumlampen und einem Bücherbrett.

Im April 1934 stellt Herr Knickmann das Heim nun der HJ zur Verfügung, ohne die Sturmschar zuvor zu benachrichtigen. Eine Herausgabe der Möbel wird auf Anordnung des HJ-Führers verweigert.

Die Polizei wage, so der Bericht der Sturmschar an das Erzbischöfliche Generalvikariat in Köln, nicht auf die erste Beschwerde hin einzuschreiten, „da gerade das Revier Oberkassel dauernd durch Anzeigten der Hitlerjugend gegen die katholischen Jugendvereine auf die Probe gestellt wird“. Dabei erweise die polizeiliche Untersuchung jedoch stets, dass gar kein strafbarer Tatbestand vorliege. Katholische Jugend und Polizei würden damit viel Zeit und Arbeit vergeuden.

Am nächsten Tag schreitet ein Polizist dann aber doch ein und erwirkt bei Herrn Knickmann und Gefolgschaftsführer Hoeren die Herausgabe des Eigentums. Das Angebot, die nun nicht mehr gebrauchten Möbel gegen eine „geringe Anerkennungsgebühr“ zu übernehmen, lehnt Hoeren ab.

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