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Ereignisse
1934
Januar

Norkus-Gedenkfeier der HJ Hilden

Das „Rheinische Volksblatt“ berichtet:

„Am zweiten Jahrestage der Ermordung des Hitlerjungen Herbert Norkus in Berlin veranstaltete auch die Hildener Hitlerjugend eine entsprechende öffentliche Gedenkfeier.

Auf dem Marktplatz war vor zwei kleinen Tannenbäumen ein schlichtes Birkenkreuz errichtet worden, das in weiterem Abstand von zwei nationalen Fahnen auf Halbmast flankiert wurde. Vor dem Kreuz stand eine Ehrenwache von sechs Hitlerjungen mit brennenden Fackeln. Um ½ 8 Uhr traten Jungvolk, Bund deutscher Mädel und Hitlerjugend in der Bahnhofsallee an. Von dort bewegte sich um 8 Uhr unter Vorantritt der Hildener Sturmbannkapelle ein langer Fackelzug der drei Jugendorganisationen über Benratherstraße, Schlageterstraße, Südstraße, Gasstraße, Kirchhofstraße und Mittelstraße nach dem Marktplatz. Nachdem dort um ½ 9 Uhr die Aufstellung der Organisationen beendet war, leitete die Sturmbannkapelle die Gedenkfeier mit einem Marsch ein.

Dann richtete Gefolgschaftsführer Busse vom Rednerpodium eine Gedenkansprache an die Hitlerjugend, die ausgezogen sei, um das Gedenken des ermordeten Hitlerjungen Herbert Norkus zu ehren. Er schilderte kurz umrissen, wie der 16-jährige HJ Norkus am 24. Januar 1932 frühmorgens mit noch zwei Kameraden im Kampfe für die Bewegung Flugblätter verteilte. Da tauchte eine Überzahl sie verfolgender Kommunisten auf. Um den Rückzug zweier Kameraden zu decken, blieb Norkus zurück. Während die beiden Kameraden sich retten konnten, gelang ihm dies nicht mehr, da eine Anzahl Haustüren noch verschlossen waren. Er fiel in einem Hausflur in der Zwinglistraße seinen Verfolgern in die Hände, die ihn blindlings niederstachen. Ohne dass sich ihm irgendwo eine rettende Hand bot, wurde Norkus von den Kommunisten hingeschlachtet.

Entsetzlich seien jene Zeiten unter dem Wüten der Kommune gewesen. Mit Bitternis im Herzen werde die Hitlerjugend weiterkämpfen, bis Deutschland von all den Erscheinungen jener Zeit völlig befreit sei. „Hitlerjugend, stillgestanden! Mit dem deutschen Gruß gedenken wir unseres von der Kommune ermordeten Kameraden Herbert Norkus!“

Während die Hitlerjungen und -mädel stillstanden und die Zuschauer ihr Haupt entblößten, widmete man bei der von der Sturmbannkapelle gespielten ersten Strophe des Kameradenliedes dem für Deutschland gefallenen Kameraden ein stilles ehrendes Gedenken. - Dann gedachte der Redner kurz des Vaterlandes und des Führers Adolf Hitler, letzterem ein dreifaches Sieg-Heil darbringend. Den Ausklang der Gedenkfeier bildeten Spiel und Gesang der ersten Strophe des Deutschland-Liedes und Horst-Wessel-Liedes. Gegen 9 Uhr rückten die Organisationen der Hitlerjugend wieder ab.“

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