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Ereignisse
1934
Januar

Schule und Luftschutz

Die Schule des Dritten Reiches hat eine hohe Aufgabe. Sie hat den werdenden Menschen zu deutschem Fühlen und Denken zu erziehen. Nicht nur trockenes Wissen soll sie vermitteln, sondern sie soll auch gewissenhafte Staatsbürger heranbilden, sie soll bereits in der Kindesseele den Gedanken der Volksgemeinschaft fest verankern. Schon aus diesem Grunde darf sie an den Problem des Luftschutzgedankens nicht vorbeigehen, denn wohl kein Gebiet ist besser geeignet, das Gefühl der Verbundenheit aller Volksgenossen, gleichviel welchen Standes zu wecken, als der Schutz gegen eine Gefahr, die alle gleichmäßig bedroht, der Schutz gegen einen durch feindliche Flieger.

Aber noch ein anderer zwingender Grund verlangt gebieterisch die Aufnahme des Luftschutzunterrichtes in der Schule. Auch das Kind muss im Falle eines Luftangriffes genau wissen, wie es sich dieser Gefahr gegenüber zu verhalten, wie es sich hiergegen zu schützen hat, denn dann verliert die Gefahr einen großen Teil ihrer Schrecken. Tritt sie dagegen an einen unvorbereiteten Menschen heran, so ist die Wahrscheinlichkeit des Ausbruchs einer Panik mit ihren katastrophalen Folgen gegeben, dann helfen schließlich alle Rettungsmaßnahmen nichts mehr.

Auch ist ferner zu bedenken, dass bei einem überraschenden Luftüberfall eine Bombe auch während der Unterrichtszeit ein Schulgebäude treffen kann. Selbst wenn Schutzräume in genügender Anzahl vorhanden sind, wird ein diszipliniertes überführen der Kinder in die sicheren Zufluchtsstellen nur dann möglich sein, wenn dies in ruhigen Zeiten immer und immer wieder geübt worden ist. Jedes Kind muss genau wissen, was es im Falle der Gefahr zu tun, wohin es sich zu begeben hat. Aber auch mit den einzelnen Unterrichtsfächern lässt sich eine Unterweisung im Luftschutz verbinden. Besonders in den Physik- und Chemiestunden werden Belehrungen über die Angriffswaffen eines Luftkrieges, über Typen der Kriegsflugzeuge, über die unterschiedlichen Arten der Bomben (Brisanz-, Brand- und Gasbomben), sowie über die chemische Zusammensetzung der Giftkampfstoffe, ihre Wirkung und Unschädlichmachung leicht einzuflechten sein. In den Geschichtsstunden wäre auf die Gefahr, die dem Vaterlande durch einen Luftkrieg bei unserer völligen Wehrlosigkeit hiergegen droht, hinzuweisen, wobei Parallelen mit den historischen Ereignissen früherer Zeiten zu ziehen wären. Die Turnstunden ließen sich für praktische Luftschutzübungen auswerten. Dies alles sind nur in großen Zügen gezeichnete Anhaltspunkte.

Eines aber muss festgehalten werden. Der Luftschutzunterricht darf nicht nur auf Volks- und höhere Schulen beschränkt bleiben, auch die Fortbildungsschulen (diese ganz besonders) und die Hochschulen und Universitäten müssen von ihm erfasst werden. Genau wie heute schon überall Turnen und Sport als Pflichtfächer gelten, so wird es auch mit dem Luftschutz gehandhabt werden müssen, denn Luftschutz ist im wahrsten Sinne des Wortes Dienst am Volke.

Noch eines: Jugend ist leicht für eine große Idee zu begeistern, während die Erwachsenen einer neuen Sache oft, besonders wenn sie Opfer irgendwelcher Art, sei es an Zeit oder Geld fordert, aus Bequemlichkeit und Gedankenfaulheit ablehnend gegenüber stehen. Hier kann das Kind oder der junge Mensch anfeuern und werbend wirken, denn schließlich wird sich doch das reifere Alter nicht beschämen lassen wollen. So kann das Kind in diesem Falle sogar zum Erzieher der Eltern werden.

Im Zusammenhang mit den obigen Ausführungen weist die hiesige Ortsgruppe des R.L.B. darauf hin, dass der Luftschutztrupp Ekkehard im Rahmen seiner in Hilden zu leistenden Aufklärungsarbeit am 11. Januar nachmittags in einer großen Veranstaltung mit praktischen Vorführungen die gesamte Hildener Schuljugend in den Gedanken des zivilen Luftschutzes einführen wird. Kein deutscher Junge, kein deutsches Mädel darf fehlen!“

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