Landesschulrat appelliert an lippische Pfarrerschaft
Am 9. Juni 1934 richtet Landesschulrat Wollenhaupt folgenden Appell an die lippische Pfarrerschaft:
„Die lippische Lehrerschaft gehört nicht zu den Nörglern und heimlichen Gegnern der herrlichen Hitlerbewegung, sondern steht geschlossen hinter dem Führer. Sie hat ihren früheren Lehrerverein aufgelöst und ist restlos dem Nationalsozialistischen Lehrerbund beigetreten. Der Aufruf zum Kampf der Schule gegen Nörgler und Muckertum ist.. . die Aufforderung an die gesamte Erzieherschaft, im Kampf gegen die Störenfriede innerhalb der deutschen Volksgemeinschaft in vorderster Front zu stehen. Die Lehrerschaft hat diesen Aufruf begeistert aufgenommen und gelobt, die Nörgler und Mucker festzustellen und bis in ihre Schlupfwinkel zu verfolgen.
Wo die Nörgler und Mucker zu suchen sind, darüber besteht im deutschen Volk und insbesondere in der lippischen Lehrerschaft völlige Klarheit. Wem diese Klarheit, Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit noch fehlt, der lese die Reden des Führers gegen die unehrlichen Feinde der Bewegung; Reichsminister Frick, Goebbels, der Reichsbischof u. a. haben sehr deutlich und verständlich über dieses Thema gesprochen. Solange die Pfarrerschaft nicht ebenso geschlossen hinter dem Führer steht und treue Gefolgschaft und Mitarbeit leistet, entbehren ihre guten Ratschläge durchaus der beabsichtigten Wirkung. Dagegen wird die nationalsozialistisch geeinte Lehrerschaft einer nationalsozialistisch geeinten Pfarrerschaft jederzeit ehrlich die Hand reichen zum Segen des deutschen Volkes.“