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Ereignisse
1934
März

Prüfung der Volksschulabgänger

Aus dem Rektoratsbezirk Hohenhausen wird am 27. März 1934 Folgendes über die Prüfung der Volksschulabgänger berichtet:

„In den letzten Wochen fanden in den Schulen des Bezirks die nach § 135 des Volksschulgesetzes vorgesehenen Prüfungen statt. Die Prüfungen sollten vor allem zeigen, dass die Volksschule das Ideengut des nationalsozialistischen Staates aufgenommen hat und im Geiste des Dritten Reiches lebt. Erblehre, Rassenkunde und Geschichte waren deshalb für alle Schulen als verbindliche Prüfungsfächer angesetzt worden. Zudem war in wenigstens einer Klasse Religion zu nehmen. Da gegen den Turnunterricht der Mädchen auf dem Lande noch vielfach Abneigung besteht, war auch dieses Fach auf den Plan gesetzt worden. Mit den Prüfungen waren auch Ausstellungen in Handarbeiten und Zeichnungen verbunden. Den Vertretern der Schulgemeinde war die Teilnahme zur Pflicht gemacht worden, die Eltern waren eingeladen worden. Das Ergebnis der Prüfungen war durchaus zufriedenstellend. Es darf wohl ohne Übertreibung gesagt werden, dass im letzten Jahre ein herrlicher Schwung nationaler Begeisterung und tatkräftiger Hingabe für Staat und Volk bei Lehrern und Schülern erwacht und gepflegt worden ist. Das war auch das einstimmige Urteil aller Schulvorstände. Es lässt sich allerdings nicht verkennen, dass hier und da infolge der auf die Schularbeit im ganzen Schuljahre neu anstürmenden Ideen und Stoffe älteres Lehrgut in den Hintergrund getreten ist. Das kam in einigen Schulen, namentlich in der stark beschränkten Anzahl der von den Schülern angefertigten schriftlichen Arbeiten, zum Ausdruck. Es ist zu hoffen, nach bereits vorgenommener gründlicher Besprechung der Prüfungen in der Bezirkskonferenz, im kommenden Schuljahre auch da wieder Wandel geschaffen wird. Im Übrigen konnte der gesamten Lehrerschaft des Bezirks die volle Anerkennung für das im verflossenen Schuljahre Geleistete ausgesprochen werden.“

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