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Ereignisse
1934
Januar

Neujahrsgruß des Landesschulrats

Zum 1. Januar 1934 übermittelt der Landesschulrat folgenden an die lippische Erzieherschaft:

„Der nationalsozialistische Staat betrachtet nicht die formalrechtliche Verfassung, sondern den Staatsgeist als das Wesentliche. Darum fordert er die vollkommene Durchdringung des gesamten Volks- und Staatslebens mit seinem Staatsgeist. Die Verwirklichung der nationalsozialistischen Gedankenwelt kann aber nicht nur durch staatlichen Zwang erfolgen, sondern muss durch eine geistige Umstellung des gesamten Denkens des Volkes erreicht werden. Darin liegt die Aufgabe und die Bedeutung der neuen Erziehung im und zum Dritten Reich. Darum sind die Forderungen, die der nationalsozialistische Staat an die Erziehung stellt, wesentlich weitergehend als im liberalen Zeitalter. Die Erziehung erfolgt im neuen Staat nicht allein durch die Schulen, sondern auch durch die Jugendverbände, SA und SS, den Arbeitsdienst, den Geländesport, durch die Erwachsenenbildung (Heimatschule), durch Gleichschaltung der Verbände und Vereine, durch Ausschaltung zersetzender und fremder Weltanschauungen, ja selbst durch Eingliederung der Kirche in die staatlichen Ziele.

Nach der liberalen Ansicht liegt der Wert des Menschen in seiner Bildung, d. h. in der Fülle des Wissens. Nach nationalsozialistischer Anschauung liegt der Wert im angeborenen Charakter, der durch Wissen nicht verändert, aber gepflegt und zur Förderung des Gesamtwohles eingesetzt werden kann. Die neue Erziehung nähert sich dem Ideal des Griechentums, dass ein gesunder Körper mit einem gesunden Geist verbunden sein muss.

Der Führer fasst in seiner klassischen Art die Aufgaben der neuen Erziehung wie folgt zusammen: „Der völkische Staat hat seine gesamte Erziehungsarbeit in erster Linie nicht auf das Einpumpen bloßen Wissens einzustellen, sondern auf das Heranzüchten gesunder Körper. Erst in zweiter Linie kommt dann die Ausbildung der geistigen Fähigkeiten. Hier aber wieder an der Spitze die Entwicklung des Charakters, besonders der Förderung der Willens- und Entschlusskraft, verbunden mit der Erziehung zur Verantwortungsfreudigkeit und erst als Letztes die wissenschaftliche Schulung”.

Das Jahr 1934 wird die endgültigen Richtlinien des Reiches bringen, nach denen die Erziehungsarbeit, insbesondere das Schulwesen, im nationalsozialistischen Sinne grundlegend umgeformt und mit neuem Inhalt erfüllt werden muss. Mein Neujahrsgruß gilt daher den Lehrern von Stadt und Land, von der Grundschule bis zur höheren Schule, als den treuen und gewissenhaften Mitarbeitern an der Schule des Dritten Reiches. Kraft und Segen zur neuen Arbeit!“

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