Eltern verweigern sich Verschickung
Am 26. Oktober 1943 richtet der Gauschulbeauftragte für die KLV im HJ-Gebiet Köln-Aachen folgendes Schreiben an den Bonner Schulrat:
„Am 17. November 1943 geht wieder ein Transport Jungen und Mädchen aus dem Gau Köln-Aachen nach Schlesien. Die Lager liegen alle in den schönsten Gegenden der schlesischen Gebirge. Schöne Lager, gute Verpflegung sind gewährleistet. Es ist der letzte Transport in diesem Jahre. Ich bitte, besonders für diesen Transport eifrigst zu werben. Jungen und Mädchen des 4. bis 7. Schuljahres kommen in Frage. Das Idealste ist wieder Verschickung der ganzen Klasse.
In Ihrem Kreis sind zu stellen: 45 Jungen 42 Mädchen“
Tatsächlich melden sich zu diesem Transport jedoch nur 33 Jungen und 7 Mädchen. Die geringe Beteiligung wird hauptsächlich auf die Einstellung der Eltern zurückgeführt, wie aus der Antwort KLV-Beauftragten des Bannes 160 (Bonn) vom 11. November 1943 hervorgeht:
„Die ärztliche Untersuchung findet am 13.11.1943 um 9 Uhr statt. Es ist damit zu rechnen, dass noch Ausfälle eintreten.
Nach dem Eintreffen der Meldungen habe ich nochmals in verschiedenen Klassen vorgesprochen, um die Gründe für die Weigerung der Eltern zu erfahren. Etwa 75% der Kinder gaben an, dass die Eltern sie in der Stunde der Gefahr bei sich haben sollten. Die schwache Beteiligung liegt nach meiner Erfahrung weder bei den Kindern noch bei den Lehrern, sondern einseitig bei den Eltern. Sollten keine Katastrophenfälle eintreten, so halte ich eine Werbung bis zum Frühjahr für unzweckmäßig. Zu dem Zeitpunkte werden sich auch einige geeignete Lehrer(innen) zur Verfügung stellen, denen es meines Erachtens leicht gelinden wird, eine geschlossene Klasse für die KLV zu werben. Die jetzige Werbung, ohne jede Auslese, kann dem Ansehen der KLV nur schaden.“