Minister Rust in Köln
Im „Westdeutschen Beobachter“ erscheint am 20. Oktober 1943 ein Bericht über den Besuch des Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Rust in Köln. Rust wird von Gauleiter Grohé im Haus der Gauleitung empfangen. Anschließend macht er eine Stadtrundfahrt durch Köln und besucht die Universität. Vorher spricht Rust in der Turnhalle einer Berufsschule vor Lehrern und Schülern. Er charakterisiert das Bildungswesen als „moralische Front“ und betont die Notwendigkeit, die Ausbildung des Nachwuchses auch im Krieg sicherzustellen. Probleme gebe es bei der Organisation des Schulunterrichtes, weil Lehrermangel herrsche und der Lehrkörper an vielen Schulen durch die KLV aufgeteilt werden müsse. Die Vermittlung von „Tugenden“ wie Fleiß und Pflichterfüllung sei wichtiger als die Konzentration auf den Lehrstoff.
„Wenn einst die Geschichte dieses Krieges geschrieben werde, dann werde auch die Stunde der Ehre des deutschen Lehrers kommen, der seinen Teil maßgeblich dazu beitrage, dass die völkische Widerstandskraft gestärkt und erhalten bleibe“
Regierungspräsident Dellenbusch weist den Gedanken an Schulverlegungen unter Berufung auf Grohè zurück: "Der Gauleiter habe den Stadtpunkt vertreten, dass der Rhythmus des Familienlebens möglichst wenig beeinträchtigt werden sollte und Köln die Front halte, weshalb eine weitgehende Verlegung der Schulen aus Köln heraus nicht erfolgen sollte.“