Aufruf NSDAP zur Teilnahme an KLV
Die NSDAP ruft die Kölner Eltern im Juli und August 1943 dazu auf, ihre Kinder an der Erweiterten KLV teilnehmen zu lassen:
„Aufruf der NSDAP
An die Eltern unserer Jungen und Mädel !
Durch die schweren britischen Terrorangriffe sind viele Schulen der Hansestadt Köln total zerstört, andere so beschädigt, dass der Unterrichtsbetrieb vorläufig nicht wieder aufgenommen werden kann. Ein großer Teil der nicht beschädigten Schulen muss zur Unterbringung anderer lebenswichtiger Einrichtungen bereitgestellt werden.
Der weitere ordnungsgemäße Unterricht ist somit in Zukunft in Frage gestellt. Die Ausbildung unserer Jugend muss jedoch nach wie vor gesichert bleiben.
Es ist daher die Möglichkeit geschaffen worden, im Rahmen der 'Erweiterten Kinderlandverschickung' die Schulen mit ihren Erziehern u. Erzieherinnen sowie mit den dazu abgestellten HJ-Führern und BDM-Führerinnen vornehmlich in die uns zugeteilten Aufnahmegaue der NSV, Niederschlesien und Sachsen, zu verlegen.
Die Vorbereitungen sind getroffen, dass der Unterrichtsbetrieb nach Beendigung der Ferien dort aufgenommen werden kann. Ich [?] bin davon überzeugt, dass diese Maßnahme, die lediglich der Erhaltung des Lebens u. der Gesundheit unserer Jugend für eine gesicherte Zukunft dient, bei der Kölner Elternschaft stärkste Zustimmung findet.“
Die Erwartungen werden jedoch enttäuscht:
„Der Kölner will nicht von Köln, darum Wiederbeginn des Unterrichts am Montag, den 16.8. [1943].“