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Ereignisse
1943
Juli

KLV-Lager als „Auslese“

In der Juli-Ausgabe von „Sachsengruß. Elternbrief der Erweiterten Kinderlandverschickung, Gau Sachsen“ heißt es:

„Die Gedanken vieler Eltern wandern täglich in die schönen deutschen Orte und Landschaften, wohin ihre Kinder, von Lehrern betreut, für ein halbes Jahr von der KLV, verschickt sind. Jungen in dem einen, Mädel in dem anderen Lager, alle aber untergebracht in geräumigen Jugendherbergen, Hotels, Erholungsheimen und anderen schönen Unterkünften. (...)

Dann stehen wir vor dem Lagerleiter, einem Studienrat, dem die Liebe zu den Kindern aus den Augen spricht. Es ist nicht sein erstes Lager. Eineinhalb Jahre ist er schon in der Kinderlandverschickung tätig und kann viel erzählen. (...)

Das Lager als Auslese

‚Der Arbeitstag könnte vierundzwanzig Stunden haben‘, erzählt der Lehrer, ‚und man würde doch nicht fertig, wenn man sein Fach nicht verstünde, die Arbeit einteilen und Hilfskräfte heranziehen würde.‘ Die Mädel aber sind es selbst - besonders die größeren -, die schon mit viel Verständnis und Mütterlichkeit in der Betreuung der Kleinen zufassen, wenn sie richtig angeleitet werden. Schon früh zeigte sich in solchen Lagern, wer sich später einmal im BDM zu einer führenden Stellung eignet, zeigen sich die guten und schlechten Anlagen, das beeinflussbare und selbständig denkende Kind, die praktische Hausfrau und die grüblerische Wissenschaftlerin. Man könnte - besonders im Mädellager - die Zehn- bis Vierzehnjährigen fast schon nach Berufen aufgliedern, so frühzeitig und deutlich zeigen sich in Situationen, in denen die Jugend plötzlich auf sich selbst gestellt ist, die verschiedenen Neigungen.

Bei den Jungen ist es ähnlich, nur weit unkomplizierter. Dort kommt das soldatische Moment mehr zum Durchbruch. Die Selbsterziehung ist bei den Jungen weit stärker als bei den Mädeln, die in schwierigen Augenblicken oder bei kleinen Streitigkeiten und Missverständnissen leicht maulen und ‚untereinander böse sind‘!“

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