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Ereignisse
1934
Oktober

HJ auf dem Gauparteitag des Westens

In Köln wird vom 12. bis 13. Oktober 1934 der Gauparteitag des Westens durchgeführt, an dem die HJ des Gebietes Mittelrhein auf Wunsch des Gauführers bei verschiedenen Veranstaltungen teilnimmt. Zur Koordination findet Ende September 1934 im Kölner Gebietshaus ein Treffen der Oberbannführer, Bannführer, Jungbannführer und Abteilungsleiter des Gebietes Mittelrhein sowie der Obergauführerin, des Obergaustabes und der Kölner Gauführerin statt.

Die Arbeitgeber der Stadt Köln werden am 1. Oktober 1934 per Aufruf des Bezirkswirtschaftsführer für das Rheinland, Kurt Freiherr von Schröder, des Gauwirtschaftsberaters des Gaues Köln-Aachen, Dr. Schmidt, und des Bezirksleiters der DAF Rheinland, Richard Ohling, im Westdeutschen Beobachter aufgefordert, den Jugendlichen für die Tage freizugeben.

Insbesondere sollen sie Zeit erhalten, am Freitagabend den Fackelzug zu Ehren der "Alten Garde der NSDAP" mitzugestalten und an der Kundgebung am Samstag teilzunehmen.

Am Gautag nehmen über 100.000 Jugendliche teil, die, so sie nicht aus Köln kommen, in Sonderzügen anreisen. Nach Ankunft in Köln treten die Formationen in bestimmten Straßen in 12er Reihen und Blocks zu 144 Mann an, um zum Neumarkt zu marschieren. Dort hören sie nach der Eröffnung der Kundgebung durch Gebietsführer Wallwey eine Ansprache des Gauleiters. Anschließend spricht Reichsjugendführer Baldur von Schirach.

An die Kundgebung schließt sich ein Marsch durch die Stadt mit einem Vorbeimarsch an den "Führern der Bewegung" am Opernhaus an. Vor dem Aachener Tor werden die Formationen von den Transportführern in Empfang genommen und zu den Bahnhöfen geleitet.

Ansprachen an die Jugendlichen

In seiner Ansprache an die 100.000 angetretenen Jugendlichen auf dem Kölner Neumarkt hebt Gauleiter Grohé die Bedeutung der Jugend als "Stolz und Zukunft des deutschen Volkes" hervor und mahnt, sich "niemals auseinanderreißen zu lassen in Klassen und Konfessionen". Heute wolle die Jugend erneut ihres Führers Adolf Hitler gedenken, dem die Jugend ihr Leben geweiht haben: "Wir wollen ihm heute innerlich wieder den Schwur geben, dass unsre Arbeit auch in Zukunft nur seinem Werk dienen soll."

Nach Grohé wendet sich Baldur von Schirach an die Jugendlichen und begrüßt als erstes die "vielen Zehntausende [...], die in den letzten Monaten aus den Reihen der katholischen Jugendverbände zu uns gekommen sind und nun hier wieder durch ihr Erscheinen ein Bekenntnis ablegen zur Einheit der Jugend und damit zur Einheit des Reiches". Habe man ihnen auch erzählt, sie würden in der HJ eine "Gemeinschaft von verhetzten jungen Heiden" vorfinden, sähen sie nun selbst, dass es wohl möglich sei, "innerhalb der Hitlerjugend der religiösen Überzeugung treu zu bleiben und doch gleichzeitig den großen Dienst an Deutschland zu tun".

Manche mögen meinen, die HJ könne ihren Weg nun nicht weiter fortsetzen. Doch die HJ werde auch den "letzten kleinen Rest hinter unsre Fahne bringen". Denn das wolle sie ja: "Es ist nicht wahr, dass diese katholische Jugendorganisation ein Sonderdasein führen will. Es sind nur ein paar Führer, die um ihre Posten bangen. Die Jugend will zu uns. [...]

Wenn wir je wankend werden könnten, wird uns stark machen das Bewusstsein, dass wir den Namen tragen unsers Führers.

Mit seinem Namen werden wir siegen, mit seinem Namen werden wir, die Hitler-Jugend von heute, das Deutschland von morgen sein. Adolf Hitler: Sieg-Heil!"

 

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