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Ereignisse
1934
September

Landjahrheim Ueffeln

In Ueffeln, einer Siedlung nordwestlich von Bramsche, ist 1934 in einem Gut ein Landjahrheim untergebracht, das für acht Monate 30 Mädchen aus Köln beherbergt.

Der Tagesablauf wird in einem Beitrag im Westdeutschen Beobachter vom 26. September 1934 wie folgt beschrieben: Wecken morgens um 6 Uhr, 10 Minuten später Frühsport, anschließend Flaggenparade und Frühstück. Danach teilen sich die Mädchen in Gruppen auf, haben Küchendienst, putzen, waschen oder machen Handarbeiten. Um 11 Uhr findet ein gemeinsames Singen statt, dann gibt es Mittagessen. Im Anschluss ist bis 14 Uhr Freizeit, es folgen Kaffeetrinken und erneut verschiedene Arbeiten diesmal Feldarbeit, Gartenarbeit oder Hilfe bei einzelnen Bauern. Um 18 Uhr treffen sich alle wieder, um 19 Uhr ist Abendbrot. Bis 20 Uhr sitzen die Mädchen zusammen und singen, machen Handarbeiten, schreiben oder spielen. Nach Einholen der Fahne ist erneut bis 21 Uhr Freizeit, dann ist Nachruhe.

Die Gruppen wechseln sich jede Woche mit den verschiedenen Arbeiten ab, um alle Bereiche kennenzulernen. Zwischendurch finden auch Unterrichtsstunden statt, um die Mädchen mit dem "Wesen und der Entstehung des Nationalsozialismus" bekannt zu machen. Zudem werden Fahrten unternommen, um "Land und Leute" kennenzulernen.

Dem Landjahrlager wird ein guter Eindruck bescheinigt. Die Räumlichkeiten seien hell und luftig bei "peinlichster Ordnung und Sauberkeit" - "alles einfach nach militärischer Art". Doch über allem liege ein "Hauch von Wohnlichkeit".

Am 15. Dezember 1934 ist für die Mädchen das Landjahr vorbei, und sie kehren nach Köln zurück.

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