Reichssporttag des BDM
Am 23. September 1934 veranstaltet der BDM in allen Gauen eine Reichssportveranstaltung, mit der die "Haltung des deutschen Mädels im Dritten Reich" dokumentiert werden soll: "Grundbedingugn für jedes deutsche Mädel im BDM ist ein gesunder Körper, denn unsre Weltanschauung will die Einheit von Körper, Seele und Geist."
Nicht "sportliche Rekordleistungen", sondern die "gute Durchschnittsleistung" würden diese Einheit fördern.
Im Obergau Mittelrhein findet die Veranstaltung mit 6000 Teilnehmerinnen in den Hauptkampfbahnen des Stadions in Köln, im Waldstadion Aachen und in der Gronau Bonns statt.
Für den gesamten Kölner BDM wird am Morgen des 23. September im Grüngürtel am Hermann-Löns-Gedenkstein eine Morgenfeier abgehalten, auf der Gaupropagandaleiter Toni Winkelnkemper spricht.
Anlässlich der Kölner Sportveranstaltung hält Obergauführerin Rohlfing eine Rede, in der sie auf die Bedeutung des Sports für den BDM eingeht. Sport sei wieder "Volksgut" geworden und nehme im BDM einen ebenso wichtigen Platz ein wie Schulung auf weltanschaulichem, kulturellem oder hauswirtschaftlichem Gebiet. Sport werde in den "Dienst der Gesamterziehung" gestellt und diene der Bildung einer "charaktervollen Persönlichkeit". Zudem diene er dem Ausgleich von "Schäden so mancher Berufsarbeit".
Oberstes Ziel müsse jedoch sein, "willensstarke Mädel zu Trägerinnen einer gesunden deutschen Rasse und damit zu Trägerinnen und Gestalterinnen der deutschen Zukunft" zu erziehen. Das Streben nach Höchstleistungen werde dabei zugunsten einer "vernüftigen Breitenleistung" abgelehnt. Die körperliche Ertüchtigung sei mithin "Dienst am Volke": "Kampf, Härte, Widerstandsfähigkeit, Abhärtung, Willensschulung, Leistung, Kameradschaft, selbstgewollte Unterordnung sowie Gemeinschaftsgeist sind somit einerseits die wahren Grundlagen unseres Sportes, und andererseits wieder Aufgabe und Ziel."