Anstieg der Übernachtungen in der Kölner Jugendherberge
Durch die starke Frequentierung der Jugendherbergen durch die HJ steigen die Übernachtungszahlen in den Herbergen 1934 stark an. In Köln-Deutz haben 1934 bis August bereits 35.000 Gäste übernachtet. Damit wird die Gesamtzahl des Vorjahres (35.472) schon bald übertroffen. Allein im August waren es mit 11.623 Jungen und Mädchen 1000 Gäste mehr als 1933.
Auch aus dem Ausland kommen wieder verstärkt Besucher. Hatte die Zahl 1931 bei 9407 Gästen gelegen, waren die Zahlen nach der Machtergreifung "infolge der unglaublichen Greuelnachrichten, die das Ausland seinen Lesern auf den Kaffeetisch legte" stark eingebrochen und betrugen nur noch 2400. Diejenigen, die trotzdem kamen, hätten berichtet, die anderen seien zu "bang". Zugleich hätten sie ihr Erstaunen darüber geäußert, dass es in Deutschland "ja gar nicht knallte, dass man keine Demonstrationen sähe und alles so ruhig sei". Doch noch 1934 hätten ausländische Reisebüros von der Sorge der Eltern vor der "gefährlichen Reise" nach Deutschland geschrieben.
Nun hätten die Zahlen der ausländischen Übernachtungen jedoch bereits im August mit 2860 Gästen diejenigen des Vorjahres übertroffen. Von diesen Gästen seien 50 Prozent aus England, 20 Prozent aus Holland, 9 Prozent aus Belgien, 9 Prozent aus Amerika, 5 Prozent aus den nordischen Länder, 3 Prozent aus Frankreich und Luxemburg und 1 Prozent aus Finnland. Der Rest setze sich aus Italienern, Schweizern, Spaniern, Tschechen und Ungarn zusammen.