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Ereignisse
1934
August

Tagesablauf im Freiwilligen Arbeitsdienst

Im Mitteilungsblatt des Obergaues Mittelrhein, eine Beilage des Westdeutschen Beobachters, wird am 24. August 1934 ein Brief an die Obergauführerin Liesel Rohlfing veröffentlicht, der den Tagesablauf im Freiwilligen Arbeitsdienst am Beispiel eines Lagers mit 25 Mädchen auf einem Gut in Lüdershagen in Vorpommern aufzeigt. Das Gut wird von Siedlern aus Westfalen und der Uckermark bewohnt. Es wurde aufgeteilt, weil es vollkommen verkam.

Im Lager beginnt jeder Tag mit Frühsport, Bettenmachen und Aufräumen, um 6.45 Uhr ist Antreten bei der Fahne. Es wird ein Morgenlied gesungen und ein Tagesspruch vorgelesen. Anschließend gibt es Frühstück, und um 7.00 Uhr versammeln sich die Mädchen zum Singen. Eine halbe Stunde später müssen sie bei den Siedlern antreten. Hier helfen sie  in der Küche, nähen, und arbeiten im Stall, Keller, Hof, Garten und auf dem Feld. Um 9 Uhr gibt es eine halbstündige Frühstückspause, um 12 Uhr ist Mittagessen. Danach geht die Arbeit bis 15 Uhr weiter, gegen 15.30 Uhr sind die Mädchen dann im Lager zurück. Hier waschen sich die Mädchen, dann gibt es um 16 Uhr Kaffee und um 19 Uhr Abendessen. Von 19.30 bis 20.30 ist Schulung (Presseberichte, Geopolitik, Politik, Singen usw.). Um 21 Uhr wird die Fahne eingeholt, um 21.15 Uhr ist Lagerschluss.

Während der freien Zeit zwischen 16 und 19 Uhr müssen noch Arbeiten für das Lager wie Kartoffelschälen, Gartenarbeit, einkaufen, Holzhacken usw. verrichtet werden. Am Samstag wird nur bis 12 Uhr gearbeitet, danach ist Freizeit. Die Sonntage gehören entweder Besuchen, dem Lager oder der Freizeitgestaltung.

Während der Erntezeit sind die Arbeitszeiten bei den Siedlern noch länger.

Trotz allem, so die Briefschreiberin, seien sie "überglücklich", denn bei der Arbeit fänden sie "Mut und Kraft".

Neben der Arbeit sind die Mädchen auch in das Gemeinschaftsleben des Dorfes eingebunden und nehmen an Veranstaltungen  der NS-Organisationen teil.

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