Berufsschulung für erwerbslose Hitlerjungen im Gebiet Mittelrhein
Eines der Ziele der sozialen Arbeit der HJ besteht darin, erwerbslose Hitlerjungen wieder in den "Produktionsprozess einzugliedern". Wo dies nicht möglich ist, möchte sie die Arbeitslosen zumindest fest an die HJ binden, indem sie dort beruflich geschult werden.
Im Gebiet Mittelrhein wird hierfür in Ehrenfeld auf dem Grundstück des ehemaligen Gaswerkes ein "Schulungslager" eingerichtet, in dem etwa 100 erwerbslose Jugendliche in dreimonatigen Kursen in den verschiedenen Handwerken vorgebildet werden. Ziel ist es, dass "sie eines Tages unbedenklich als Siedler oder als Landhelfer eingesetzt werden können". Zudem würden sie in der "harten Disziplin des Lagerlebens eiserne Zucht und im gemeinsamen Leben mit ihren Junggenossen unbedingte Kameradschaft" lernen.
Besonders begabte Jugendliche können nach dem Kursus in die Fliegervorschule der HJ aufgenommen werden.
Die "außerordentlich verwahrlosten" Werkstätten wurden von den Jugendlichen unter Anleitung einiger Meister wieder soweit instand gesetz, dass in ihnen gearbeitet werden kann. Entstanden sind so eine Schreiner-, Schlosser- und Dreherwerkstatt, in denen allerdings noch viele Werkzeuge fehlen.