Schirach bezeichnet Reichsberufswettkampf ist Ausdruck des Friedenswillens der HJ
In einem Beitrag im Westdeutschen Beobachter vom 15. Juni 1934 betonen Reichsjugendführer Baldur von Schirach und der Leiter des Sozialen Amtes in der Reichsjugendführung, Artur Axmann, die Einzigartigkeit des Reichsberufswettkampfes und dessen Bedeutung für die junge Arbeiterschaft.
Der Reichsberufswettkampf wurde auf eine Idee Axmanns mit Unterstützung von Ley ins Leben gerufen. Mit ihm wurde, so Schirach, "in noch nie erlebter Gemeinschaft ein Werk der Kameradschaft errichtet" und ein neuner "Adel" der Leistung.
Axmann hebt dabei die Wichtigkeit hervor, durch den Berufswettkampf die Bedeutung einer Berufsausbildung zu betonen. Denn in der Zeit des "wirtschaftlichen Verfalls" hätten viele keine Ausbildung gemacht, weil sie verdienen mussten. So sei ein Mangel an Facharbeitern entstanden, der es der deutschen Wirtschaft schwer mache, am Weltmarkt mit hochwertigen Produkten zu bestehen. Der deutsche Arbeiter müsse aber der "bestausgebildeste in der ganzen Welt sein".
In dem Zusammenhang führt Schirach ein von der HJ ausgearbeitetes Berufsausbildungsgesetz an, in dem vor allem eine Reform des Urlaubs vorgesehen ist. Ein Jungarbeiter habe nur ein bis drei Tage im Jahr frei, ein Schüler hingegen 70 Tage. Dabei müsse ein Arbeiter neun bis zehn Stunden schwere körperliche Arbeit verrichten. Daher habe er Anspruch auf Urlaub. Dabei habe der Staat auch ein Anrecht darauf, gerade die werktätige Jugend in ihrer Freizeit für seine Ideen und seine Ideal zu erziehen (Schirach geht es also nicht nur um Zeit, die frei zur Verfügung steht, sondern vor allem um Zeit für die HJ!).
Zum Schluss betont Schirach, dass sich gerade im Reichsberufswettkampf der Friedenswille der HJ ausdrücke: "Es ist von symbolischer Bedeutung, dass gerade die Hitlerjugend, die Jugend des Kampfes, zur Trägerin dieses Wettstreitets wurde, den jeder Unvoreingenommene in der Welt als ein Werk des Friedens betrachtet. Zeitung des Auslandes, die das neue Deutschland nicht kennen, vermuten in der Hitler-Jugend eine waffenstarrende Soldateska. Ein Blick nur in die Betriebe würde auch unseren gehässigsten Gegner, wenn er ehrlich ist, davon überzeugen, dass das junge Deutschland seine Probleme nicht auf dem Schlachtfeldern des Krieges lösen will, sondern in den Stätten der Arbeit."