Presse unterstützt Werbung der rheinischen HJ
Die Werbewoche der HJ des Gebietes Mittelrhein im Mai 1934 wird von der nationalsozialistischen Presse tatkräftig unterstützt. In der Beilage "Rheinische Hitlerjugend" erscheinen dazu am 24. Mai zwei große Artikel, die mit "Hitler-Jugend und Presse" sowie "Warum wir marschieren" überschrieben sind.
In dem ersten Artikel wird betont, dass der HJ schon in den "kleinsten Anfängen der NS-Zeitungen" ein eigener Platz eingeräumt worden sei, da vor 1933 die "marxistischen" und "bürgerlichen Gazetten", die zumeist "unter der Obhut irgend eines hergelaufenen Juden" gestanden hätten, das Volk durch eine "einseitige Berichterstattung in Schach" gehalten hätten und unter anderem über den Mord an Hitlerjungen nur in kurzen Notizen berichtet hätten.
So habe sich auch der Westdeutsche Beobachter veranlasst gesehen, für die HJ eine eigene Beilage erscheinen zu lassen, in der die "Jugend selbst zur Öffentlichkeit spricht und Zeugnis ihres Handelns und Wirkens geben soll". Die HJ führe einen "scharfen Kampf gegen die Anfeindungen derjenigen Kreise, die heute noch meinen, ein Anrecht darauf zu haben, die Jugend auch im nationalsozialistischen Staates weiter zu führen".
Es gebe jedoch nur "eine Jugend in Deutschland, die Hitlerjugend". Sie sei die "deutsche Staatsjugend".
Der Westdeutsche Beobachter stelle sich freudig der Werbeaktion der HJ zur Verfügung, täglich gehe sein Ruf in die Lande: "Deutsche Jugend, hinein in die HJ! Endgültig Schluss mit der konfessionellen Hetze!"
Der zweite Artikel wendet sich ebenfalls gegen Kreise, die die HJ noch nicht unterstützen, in dem Falle Kritiker, die als Spießer, Reaktionäre oder "königlich-preußische Gymnasial-Professoren a.D." bespöttelt werden. Ihnen wird vorgeworfen, die HJ als Organisation verunglimpft zu haben, die "zuviel marschiert", "zu revolutionär" und "zu wenig verträumt" sei. Die HJ marschiere wirklich, jedoch marschiere sie in erster Linie "gegen euch, den Typ des satten wetterwendischen 'ewigen Bürgers', der sich heute dem vorwärtseilenden Rade der Geschichte so gerne wieder in die Speichen werfen möchte".
Der Kritik werden die Leistungen der HJ entgegengehalten, so die kulturelle Arbeit und die Arbeit der Sozialen Ämter. Wer angesichts dieser Tatsachen weiterhin von der "bloß marschierenden Hitler-Jugend" herummauschele, müsse als ein "erklärter Feind der deutschen Staatsjugend" betrachtet werden. Ihn werde "der unbezähmbare, leidenschaftliche Elan einer Jugend treffen, die sich schon mehr als einmal auch durch den finstersten Wall an Nörgler, Kritikern und Besserwissern hindurchgehauen hat".