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Ereignisse
1943
November

Eröffnung der HJ-Jugendfilmstunde

Zur jährlich wiederkehrenden „Eröffnung der Jugendfilmstunde“ erlässt der Stabsführer der Reichsjugendführung Möckel folgenden Befehl zum Gemeinschaftsempfang der Rede, die Reichspropagandaminister Goebbels zu diesem Anlass in Berlin halten wird:

„Am Sonntag, dem 28.11.43 wird die Spielzeit 1943/44 der Jugendfilmstunden im Ufa-Palast am Zoo in Berlin eröffnet. Es sprechen: Reichsminister Dr. Goebbels und der Reichsjugendführer.

In allen Lichtspieltheatern sind an diesem Tage zur gleichen Zeit Jugendfilmstunden mit der Übertragung der Rede durchzuführen. Dieser Tag ist für die Jugendfilmstunden dienstfrei zu halten.

Die im Winterdienstplan angeordneten Führerdienstbesprechungen der Banne sind auf das nächste Wochenende zu verlegen. Durchführungsbestimmungen erlässt das Presse und Propagandaamt.“

Goebbels geht in seiner Rede dann im Zusammenhang mit dem Luftkrieg auch auf die KLV ein:

„Wir haben im Interesse unserer Jugend vor allem eine Reihe von Großstädten, die den brutalen Tag-und Nachtangriffen des Feindes in stärkerem Maße ausgesetzt sind, von Kindern räumen lassen. Nichts fällt den Eltern in dieser Zeit schwerer, als sich von ihrer Jugend zu trennen (...) Die (...) Besorgnisse sollen hier in keiner Weise bestritten werden, doch ist der Zwang des unmittelbaren Schutzes von Leben und Gesundheit unserer Kinder härter als alle anderen Überlegungen. (...)

Und die Eltern, die sich aus Kurzsichtigkeit dazu verleiten lassen, ihre Kinder aus den Umquartierungsgegenden zurückzuholen in der Meinung, es werde schon nicht so schlimm werden (...) übernehmen damit eine schwere Verantwortung. Schon manche Mutter sah ich weinend und zum Teil sich selbst anklagend am Sarge ihres Kindes stehen (...) Nun musste sie von ihren Jungen und Mädeln Abschied für immerdar nehmen, und es bleibt ihr keine Hoffnung, sie in einer ruhigeren und schöneren Zeit wieder gesund und munter in den Kreis der Familie einzuschließen.

Ich weiß sehr wohl, dass man in dieser Frage mit Zwang nicht viel weiter kommt, und er wird deshalb auch von der Staatsführung nicht angewandt. Aber es gibt auch einen Gewissenszwang (...)

Die Aufnahmegaue, die Erzieherschaft, HJ und Kinderlandverschickung tun alles, was überhaupt getan werden kann, um die Eltern (...) von ihrer Sorge um sie zu befreien (...) Der Gesundheitszustand der verschickten Kinder ist über Erwarten gut. Unfälle und Krankheiten bleiben gottlob auf ein Mindestmaß beschränkt. Es liegt also an den Eltern, das zu tun, was ihnen ihr Gewissen befiehlt. Auf keinen Fall aber erlaubt es die ohnehin angespannte Transportlage, den Umquartierungsprozess je nach der Veränderlichkeit der Entwicklung des Luftkrieges beliebig oft zu wiederholen.“

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