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Ereignisse
1943
November

Kriegsberufswettkampf im Gau Köln-Aachen

Willi Braun,(Hauptgefolgschaftsführer in der Kölner Hitler-Jugend, schreibt im „Westdeutschen Beobachter“ am 9. November 1943 über den „Kriegseinsatz der Jugend im Gau Köln-Aachen“. Der berufliche Einsatz der Jugend, so betont er, sei deren wichtigster Beitrag zu den Kriegsanstrengungen: „Zusammen mit den werktätigen Männern und Frauen unseres Volkes stehen heute Millionen Jungen und Mädel im Kriegseinsatz. Lust und Liebe zur Arbeit und das Gefühl der erfüllten Pflicht machen den Arbeitsplatz im Betrieb heute zu einem kriegswichtigen Kampffeld, ohne das die Front nicht bestehen kann. (...) Nach dem Wort des Reichsjugendführers ist der vorbildliche Berufseinsatz zugleich der vornehmste Kriegseinsatz der Jugend geworden. (...) Den Typ des im Jahre 1918 so sattsam bekannten (...) Drückebergers gibt es in unseren Tagen nicht. (...) Wer heute noch gegen den Strom zu schwimmen versucht, zählt nicht mehr mit.“

In der gleichen Ausgabe der Zeitung schreibt Georg Ebersbach unter der Überschrift „Unsere Jugend will das Beste leisten“, die deutsche Jugend würde sich am Ideal des „Soldatentums“ orientieren. Die wichtigste erzieherische Funktion des „Kriegsberufswettkampfes“ bestehe in der Umsetzung dieses Ideals auf der Ebene des beruflichen Einsatzes. Die Leistungsbeurteilung richte sich nicht nur nach berufspraktischen Gesichtspunkten, sondern der Wettkampf dient auch der „weltanschaulichen Ertüchtigung“. Der Jugend solle das Bewusstsein vermittelt werden, „im Beruf auf soldatische Weise für den Sieg zu wirken“.

Am 17. November wird an gleicher Stelle über den Kriegsberufswettkampf 1943/44 im Gau Köln-Aachen berichtet. Seine Durchführung zeige, dass der „Ertüchtigung des Nachwuchses“ und der „Auslese der Tüchtigen“ auch im 5. Kriegsjahr größte Bedeutung beigemessen werde. „Der Wettkampf soll den jungen Menschen zum Bewusstsein bringen, dass die bloße Verrichtung einer Arbeit noch keine Leistung darstellt. Es kommt darauf an, dass jeder sein Bestes gibt. Der Kriegsberufswettkampf wird für die gesamte Jugend (...) durchgeführt. Er erfolgt auf freiwilliger Grundlage.“

Die Ortswettkämpfe werden innerbetrieblich durchgeführt. Die hier ermittelten Sieger bestreiten die Gauwettkämpfe. Ihnen soll „in der zweiten Hälfte des Monats April 1944“ der Reichswettkampf folgen.

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