Aufruf Hitlers zum Reichsberufswettkampf
Zum Auftakt des am 1. November 1943 beginnenden des Reichsberufswettkampfes schickt Adolf Hitler folgenden Aufruf:
„Schaffende deutsche Jugend!
Unser Vorbild ist das Heldentum des deutschen Soldaten und unsere Pflicht, diesem Heldentum im Kriegseinsatz der Heimat würdig zu sein. Zum Kriegseinsatz gehört die Leistung im Beruf. Schon im Frieden war der berufliche Wettstreit für die schaffende deutsche Jugend der Aufbruch ihres Leistungswillens.
Heute rufe ich euch erneut zum Reichsberufswettkampf auf. Erhärtet durch eure Tat am Arbeitsplatz das Treuebekenntnis zu unseren Soldaten. Den Kampf an der Front führen die Tapfersten, der Kampf im Beruf soll uns die Tüchtigsten sichtbar machen und sie durch Ausbildung und Begabtenförderung zur Führung bringen. Euer Einsatz im Reichsberufswettkampf sei ein Beweis für euren unerschütterlichen Glauben an den Sieg.“
Am Tag der Veröffentlichung des Aufrufs erinnert Dr. Georg Ebersbach unter der Schlagzeile „Das Profil der schaffenden Jugend“ im „Westdeutschen Beobachter“ an die Missstände beim beruflichen Einsatz der Jugend während des Ersten Weltkrieges und macht sie für die nach dem Krieg einsetzende „Jugendverwahrlosung“ mitverantwortlich.
Im Gegensatz dazu würden heute gesetzliche Bestimmungen und die Betreuung durch HJ und DAF gewährleisten, dass die körperliche und seelische Entwicklung von Jugendlichen, die in Betrieben eingesetzt werden, keinen Schaden nehmen würden. Stattdessen schütze die „seelische und gemütsmäßige Verankerung am Arbeitsplatz“ sogar vor Gefahren, die der Krieg mit sich bringen könne.
Das „Profil der schaffenden Jugend“ sei ein militärisches: „Die Jugend, die, aus der Schule kommend in das Arbeitsleben hineinwächst, trägt ein soldatisches Profil.“ Probleme bei der Arbeitsdisziplin würden nur aus dem Drang der Jugend resultieren, so schnell wie möglich zur Wehrmacht zu kommen. Daher müsse den berufstätigen Jugendlichen die Arbeit als soldatische Pflichterfüllung vermittelt werden.
„Die schaffende Jugend ist Hitler-Jugend. Sie ist immer von dem Ehrgeiz beseelt, mit ihren jugendlichen Kräften Kriegseinsatz zu leisten.“
Am 2. November 1943 wird dann an gleicher Stelle über die Großkundgebung in der Berliner Kroll-Oper berichtet, die den „Kriegsberufswettkampf der deutschen Jugend“ eröffnet. Hier erklärt Reichsjugendführer Axmann, dass die durch die harten Bedingungen des Krieges noch verschärfte Auslese dem nationalsozialistischen Erziehungssystem entspreche und der Zukunftssicherung diene, da der Kriegsberufswettkampf die frühzeitige Rekrutierung hochbegabter Spitzenkräfte ermögliche. Robert Ley führt die Überlegenheit der deutschen Produktion u.a. auf die „herrliche Idee des Sozialismus“ zurück und stellt die geeinte deutsche Volksgemeinschaft den unsozialen Systemen der Kriegsgegner gegenüber.