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Ereignisse
1943
September

Vereinbarung zum LWH-Unterricht

Der den Kölner LWH-Einsatz koordinierende Oberstudiendirektor Halfmann fasst die mit den Flakeinheiten getroffenen Vereinbarungen zusammen und wendet sich dagegen, das Schulamt an der Organisation des Luftwaffenhelfer-Unterrichts zu beteiligen:

„Wie mir bekannt, hat das Städtische Schulamt dort eine Anfrage vorgelegt und vorgeschlagen, eine gemeinsame Regelung des Unterrichts der Luftwaffenhelfer durchzuführen und die Organisation und Leitung dem Schulamt zu übertragen. Ich bemerke hierzu vorweg, dass eine Einschaltung des Schulamtes unzweckmäßig ist, zumal es sich außerdem um eine innere Schulangelegenheit handelt und keineswegs eine Vereinfachung, sondern vielmehr die Einschaltung einer neuen Instanz zur Folge haben würde. Im Übrigen weise ich darauf hin, dass eine Regelung inzwischen getroffen ist.

Wie ich bereit bemerkt habe, hat eine Sitzung der Anstaltsleiter zusammen mit Offizieren der Luftwaffe stattgefunden, in der die Frage des Unterrichts eingehend besprochen wurde. Im Anschluss an diese Sitzung fand eine zweite Besprechung am Montag, 6. September, statt, an der der Adjutant der Flakdivision, Major Regel, und Oblt. Dr. Eiler (Flakgruppe Köln und Juchheim - Scheinwerferabteilung -) teilnahmen. Für die Direktoren der höheren Schulen waren der Unterzeichnete und OStD. Schaeben anwesend.

Zunächst wurde die Verteilung der Schulen auf die Batterien durchgesprochen und einige Umlegungen wurden im Interesse des Unterrichts vorgesehen und durchgeführt. Da einzelne Anstalten sowohl Klassen für Kanonen- als auch Scheinwerder-Batterien stellen, andererseits zur Erhaltung der Klassenverbände auf die den Batterien zustehenden Einsatzzahlen Rücksicht zu nehmen ist, war es nicht möglich, alle Klassen einer Einzelanstalt räumlich eng zusammenzulegen. Immerhin ist eine wesentliche Vereinfachung erfolgt. In mehreren Fällen werden Schüler verschiedener Schulen, und zwar stets dann, wenn es sich um schwach besetzte Klassen handelt, zu Unterrichtsgruppen zusammengelegt, wobei die am stärksten vertretene Anstalt den Stamm des Lehrkörpers zu stellen hat. Entsprechend der militärischen Aufteilung werden Unterrichtseinheiten zu Abteilungen zusammengeschlossen, die den sogenannten Untergruppen der Flak entsprechen. Die Aufsicht über je eine solche Untergruppe soll ein Direktor übernehmen, der insbesondere den Lehrerausgleich innerhalb dieser Gruppe regelt. Es werden also bestehen

1) Untergruppe Klettenberg, Leitung: OStD von Kempen
2) „     Ossendorf        „       „     Dr. Schaeben
3) „     Mielenforst       „       „     Dr. Meyer
4) „     Bayenthal       „       „     Dr. Halfmann.

In den achten und siebten Klassen ist der Unterricht bereits aufgenommen, teilweise auch schon in den sechsten Klassen; jedoch musste bei diesen in einzelnen Fällen mit Rücksicht auf die Ausbildung der Unterricht wieder ausgesetzt und der Wiederbeginn später gelegt werden. Der Grund für diese Maßnahme liegt zum Teil darin, dass viele Schüler nach den Großangriffen Köln verlassen haben und sich nicht zum Dienstantritt meldeten. Die Batterien haben die Listen der erschienenen Schüler den Anstalten eingereicht und diese werden die Fehlenden dem Polizeipräsidenten benennen, der weitere Maßnahmen für ihre Heranziehung treffen wird.

Schwierigkeiten bestehen noch für den Unterricht der bei Scheinwerferbatterien eingesetzten Jungen, da diese Batterien räumlich weit verteilt sind und die Zusammenfassung der Schüler dadurch erschwert ist. Besonders unangenehm war der Einsatz der Oberschule Spiesergasse; doch sind für diese Schule Versetzungen zugesagt, die eine räumliche Zusammenziehung der Klassen bringen werden. Da außerdem die Scheinwerferbatterien über einen weit größeren Bezirk verteilt sind, lässt es sich nicht vermeiden, dass diese Anstalt außerhalb Kölns und zwar um Brühl eingesetzt wird. Über die Unterrichtsgestaltung dieser Gruppen werde ich noch berichten.

Über den Lehrbedarf der LwH kann abschließend noch nicht berichtet werden. In den Untergruppen wird in den nächsten Tagen festgestellt, welcher Bedarf an Lehrern besteht.

Und da gleichzeitig an den Restanstalten eine entsprechende Feststellung getroffen wird, sollen die freiwerdenden Lehrer im LwH-Unterricht eingesetzt werden.

Verschiedentlich erörtert wurde die Frage, ob Lehrer vollständig für den Unterricht der LwH einzusetzen seien oder eine Verteilung des Dienstes auf die Stammschule und den LwH-Unterricht erfolgen solle. Ich bin der Auffassung, dass diese letztere Lösung nicht nur zweckmäßig, sondern auch notwendig ist. Die Lehrerkollegien sind nicht allein durch die Kriegsverhältnisse stark überaltert. Werden diese Lehrer einzig und allein für den LwH-Unterricht, also gewissermaßen für den Außendienst, eingesetzt, so ist m.E. bestimmt damit zu rechnen, dass sich während des Winters Erkrankungen in starkem Masse häufen werden. Um diese Ausfälle zu vermeiden, ist es notwendig, dass die Lehrer etwa an zwei bis drei Tagen bei den Luftwaffenhelfern eingesetzt werden, ihren übrigen Dienst aber in ordnungsmäßigen Schulgebäuden leisten. Ich wäre dankbar, wenn die Behörde gerade zu dieser Frage Stellung nehmen würde.

In der Anlage füge ich eine Übersicht über die Verteilung der Schulen auf die Untergruppen und Batterien der Flakgruppe Köln bei. Die Übersicht über den Einsatz bei den Scheinwerfern folgt beim zweiten Bericht.“

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