Tag der Wehrertüchtigung
Zum „Tag der Wehrertüchtigung“ am 4. September 1943 schickt Adolf Hitler Reichsjugendführer Axmann ein Telegramm folgenden Inhalts:
„Mit dem Tag der Wehrertüchtigung am 4. und 5. September legt die Hitler-Jugend in allen Gebieten des Reiches vor dem deutschen Volk Zeugnis ab über ihr Können in der vormilitärischen Ausbildung als Vorbereitung zum Waffendienst in der Wehrmacht. Während diese in beispiellosem Heldenkampf ihr Äußerstes für die Zukunft Großdeutschlands einsetzt, stählt in der Heimat die Jugend Körper und Geist. Künftig wird jeder heranwachsende Jahrgang in den Wehrertüchtigungslagern durch frontbewährte Soldaten, die selbst zum großen Teil HJ-Führer waren, erzogen. Soldatisches Denken und Handeln auf nationalsozialistischer Grundlage sind das Ziel dieser Erziehung.
Die bisher durch die Hitler-Jugend ausgerichteten Jungen bewähren sich bereits in den Reihen der Wehrmacht. Hierfür spreche ich der Reichsjugendführung meinen Dank aus.
Wie die Leistungswettkämpfe der Marine-Hitler-Jugend bzw. Flieger-Hitler-Jugend in Stalsund und Quedlinburg dem Gedenken der tapferen Männer zur See und in der Luft galten, so sei in allen deutschen Gauen der Tag der Wehrertüchtigung insbesondere dem stillen Heldentum der selbstlos in den Divisionen des Heeres und der Waffen-SS kämpfenden Frontsoldaten geweiht.
Die Front erwartet, dass die Hitler-Jugend im schwersten Schicksalskampf auch fernerhin ihre höchste Aufgabe darin sieht, der kämpfenden Truppe den besten soldatischen Nachwuchs zuzuführen. Nationalsozialistisches Wollen und Handeln sollen immer stärker in der Haltung und im Auftreten der Jugend zum Ausdruck kommen. Dann wächst jenes harte Geschlecht heran, das am Ende alle die unserem Volke vom Schicksal vorbestimmten Aufgaben erfolgreich lösen wird.“
Bereits am Vortag hatte der „Westdeutsche Beobachter“ aus diesem Anlass in einem kurzen Artikel über Funktion und Gestaltung der dreiwöchigen Wehrertüchtigungslager berichtet, die „für jeden siebzehnjährigen Hitler-Jungen“ Pflicht seien. „Diese soldatische Ausrichtung soll jeder Junge erhalten. Er soll nicht ungeschult Rekrut werden. Die Wehrertüchtigung ist eine vormilitärische Ausbildung, die von der nationalsozialistischen Weltanschauung getragen ist.“ Das Ausbildungsprogramm sei in die Bereiche „Schießdienst, Geländedienst und Sportdienst“ gegliedert und eigne sich vor allem zur Vorbereitung für spätere Infanteristen.