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Ereignisse
1934
Juli

Lagebericht des Regierungspräsidenten Sigmaringen zur HJ

In seinem Lagebericht für Juli 1934 berichtet der Regierungspräsident für den Regierungsbezirk Sigmaringen:

„Recht unerfreulich hat sich das Auftreten einzelner HJ-Führer in der Öffentlichkeit ausgewirkt, die z.T. ganz offen mit dem Gedanken einer zweiten Welle, einer zweiten Revolution spielten. Dies kam auch im Verhalten der HJ bei einem Bannaufmarsch am 1. Juli d.J. in Sigmaringen zum Ausdruck, an dem ca. 1000 Hitlerjungen auch aus den benachbarten württembergischen Landesteilen teilnahmen, und dem ich mit anderen Behördenvertretern sowie der Kreisleiter und Ortsgruppenleiter der NSDAP beiwohnten. Es ist aufgefallen, dass viele Hitlerjungen bei dieser Gelegenheit sich sehr respektlos gegen Beamte der Polizei und Gendarmerie benahmen (Gruß-Verweigerung). Bei der Zurechtweisung bedienten sie sich vielfach der trivialsten Ausdrücke. Es wäre sehr zu wünschen, dass im Interesse der Hitlerjugend solche Entgleisungen künftig vermieden werden... Bei Wiedergabe der von mir gehaltenen Ansprache an die Hitlerjugend sind wesentliche Punkte anscheinend absichtlich unerwähnt geblieben. So hatte ich im Hinblick auf wiederholte Äußerungen über die 2. Revolution und unter Bezugnahme auf die Ereignisse des vorhergehenden Tages nachdrücklich hervorgehoben, dass solches Gerede nach den Erklärungen des Herrn Preuß. Ministerpräsidenten endgültig zu verstummen habe. Davon erwähnte der Bericht der HJ nichts.“

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