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Ereignisse
1934
März

Wallwey: HJ ist nicht religionsfeindlich

Der Führer des Gebietes Mittelrhein, Wallwey, tritt in einem ausführlichen Interview mit dem Westdeutschen Beobachter am 19. März 1934 dem verbreiteten Eindruck entgegen, die HJ sei religionsfeindlich. Dabei hebt er hervor, dass sich die HJ nicht in "kirchliche Dinge" einmischt, ihren Dienst jedoch so legt, dass alle Mitglieder am religiösen Leben der Kirche teilnehmen können. Jedoch weder in Uniform noch in geschlossener Form, dies habe man versucht, doch sei es den Geistlichen nicht genehm gewesen.

Auf die Frage, wie die HJ den Gottesdienst auf großen Aufmärschen organisiere, antwortet Wallwey, man habe im Oktober 1933 versucht, einen gemeinsamen Gottesdienst für evangelische und katholische Jugendliche zu halten, doch sei man am Widerstand der katholischen Geistlichkeit gescheitert. So habe man den Jugendlichen nur Zeit zum Gottesdienstbesuch einräumen könnne.

Auch bei anderen religiösen Feierlichkeiten habe man versucht, in Uniform geschlossen teilzunehmen, so an der letzten Fronleichnamsprozession, doch sei man wiederum an der Haltung der katholischen Geistlichkeit gescheitert. Im Sommerlager des vergangenen Jahres in der Wahner Heide habe jedoch der örtliche katholische Geistliche die Messe gelesen.

Die Frage, ob neben den vielen Lehrern und Junglehrern auch Geistliche in der HJ Führungsämter bekleiden, kann Wallwey nur auf einen Fall verweisen.

Als Ziel der gesamten Arbeit der HJ gibt Wallwey an, zunächst einmal die vielen Neuzugänge zur HJ zu "echten Nationalsozialisten" zu erziehen, und mit ihnen den Weg über den Sozialismus zum Ziel zu gehen.

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