Overather Ortsgruppe der NSDAP wirft Jungmännerverband unerlaubten öffentlichen Umzug vor
Am 4. Januar 1934 veranstaltet der Vikar der Pfarre Overath, H. Hilbert, den wöchentlichen Jungmännerabend. Da an dem Tag auch eine Gruppe Neudeutscher aus Bonn in Overath anwesend ist, werden die Jungen zu dem Abend eingeladen. Diese erscheinen mit einer Landsknechtstrommel und zwei Gitarren, und man verbringt einen "schönen Singeabend" miteinander. Anschließend ziehen die Neudeutschen gegen 18 Uhr "in geordneter Reihe" in Begleitung des Overathter Jungmännerverbands zum Bahnhof.
Dieser Aufzug wird Hilbert und dem Jungmännerverband anschließend seitens der Overathter Ortsgruppe der NSDAP zum Vorwurf gemacht: Es habe ein "öffentlicher Umzug ohne vorherige polizeiliche Genehmigung" stattgefunden. Dies sei eine "Sabotierung von Regierungserlassen". Gegen Hilbert versucht man, einen Haftbefehl zu erlassen.
Hilbert legt seine Sicht des Vorfalls daraufhin dem Bürgermeister in einem Schreiben dar und informiert zudem das Kölner Generalvikariat. Dem Generalvikariat gegenüber vermutet er als "tieferen Grund" für die "feindliche Einstellung" der Ortsgruppe, dass die Overather HJ lediglich 15 Jungen umfassen, zu seinen wöchentlichen religiösen Abenden jedoch 100 bis 150 Jungen erscheinen würden.