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Ereignisse
1934
Mai

Polizei in Krefeld konfisziert Einladungen zu Jugendpredigten

In Krefeld finden am 28. und 30. Mai 1934 in verschiedenen Kirchen Predigten für die katholische weibliche und männliche Jugend statt. Dazu werden die Jugendlichen am 27. Mai durch Handzettel, die von der Geistlichkeit der Stadt Krefeld unterzeichnet sind, an den Kirchenportalen eingeladen. Die Polizei beschlagnahmt diese Zettel und verhaftet die Zettelverteiler. Auf Anfrage, warum es zu dieser Aktion gekommen sei, verweist der Polizeidirektor auf den Text des Zettels: „Junge Kirche! Die hl. Woche ruft alle, die jung sind und katholisch, alle ohne jede Ausnahme, auch die, welche abseitsstehen, die den Weg verloren haben und ihn wiederfinden möchten.“ Dies sei nach Auffassung des Polizeidirektors eine Aufforderung an die HJ, den katholischen Jugendverbänden beizutreten.

Ein Krefelder Geistlicher schreibt daraufhin am 28. Mai 1934 einen Brief an die Polizeidirektion Krefeld, in der er die Flugblätter verteidigt. Eine Einladung an die HJ sei daraus nicht herauszulesen, vielmehr sei das Flugblatt eine Einladung an die katholischen Jugendlichen, die der Kirch untreu geworden seien. Dies zu fordern sei selbstverständliches Recht der Geistlichkeit. Mit keinem Wort habe man dazu aufgefordert, die HJ zu verlassen und einem katholischen Jugendverband beizutreten.

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