Pfarrer aus Wegberg kritisiert HJ
Pfarrer Schüpmann aus Wegberg hält, so ein Bericht der Gebietsführung Mittelrhein vom 7. Juli 1934, am 27. Mai 1934 von der Kanzel herab eine "wüste Rede" gegen die HJ-Zeitung "Die Fanfare". Zudem berichtet er bei der Gelegenheit, dass einem Mitglied des St. Josef Vereins das Christus-Zeichen abgerissen, zerbrochen und in den Staub geworfen worden sei.
Bei seinen Ausführungen, so die HJ, habe Schüpmann allerdings vergessen zu erwähnen, dass das besagte Mitglied des St. Josef Vereins ebenfalls im Jungvolk sei und das Abzeichen dort an der Uniform getragen habe.
Schüpmann habe den Vorfall dann dazu genutzt, gegen die HJ zu hetzen: "Katholische Eltern, seht, welchen Führern Ihr Eure Kinder anvertraut!" Anschließend habe er die HJ-Führer beschimpft und sei zum Schluss in den Ruf ausgebrochen: "Hoch die katholischen Jugendverbände, Alleluja, Amen!"
Seine Beleidigungen habe Schüpmann in der Predigt am 3. Juni 1934 noch einmal wiederholt und sie zum Schluss mit den Worten kommentiert: "Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun."
Wie in Wegberg werde im ganzen Dekanat, so in Tüschenbroich und Klinkum, "gewühlt, untergraben, verleumdet und in der schamlosesten Weise gehetzt". Damit werde in der Bevölkerung "systematisch mit allen Mitteln gegen die HJ und den Nationalsozialismus Stimmung gemacht".