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Ereignisse
1934
März

Massenkundgebungen der HJ im Obergebiet West

Am 11. März 1934 finden in vielen Städten und Dörfern im Bezirk des Obergebietes West Massenkundgebungen der HJ statt, um den Totalitätsanspruch der HJ zu unterstreichen und Propaganda für die Organisation zu machen. Reichsjugendführer Baldur von Schirach hält an dem Tag auf der Kokerei "Friedrich Ernestine" in Essen eine Rede an die "jungen deutschen Arbeiter der Faust", in der er sich gegen Kritiker wendet, die behaupten, die HJ sei "gottlos" und wolle die Jugendlichen von der Religion entfremden. Die HJ stehe auf dem "Boden des positiven Christentums" und bekenne sich zu ihren Konfessionen. Es gehe jedoch nicht an, dass die "Träger der Konfessionen" die HJ und ihre Führer beleidigen.

Nach seiner Rede stattet Schirach Köln einen Besuch ab.

Der Westdeutsche Beobachter feiert die Aktion als "Bekenntnis der gesamten deutschen Jugend zum sozialistischen Staat, zum Arbeitertum der Faust und der Stirn". Sie sei zugleich eine "Kampfansage der jungen deutschen Generation an alle diejenigen Kreise, die gerade bei uns im Rheinland in der letzten Zeit wieder mit erneuter Kraft versucht haben, einen Keil in das einige Deutschland, einen Keil in die einige deutsche Jugend mit brutaler Verantwortungslosigkeit hineinzutreiben".

An den Veranstaltungen müssen laut einer Verordnung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz auch Schüler teilnehmen, die nicht der HJ angehören. Zudem sind die Schulen angehalten, am 11. März die HJ-Fahne zu hissen, um die "Verbundenheit der Schule mit der nationalsozialistischen Jugend zum Ausdruck zu bringen".

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