Die Gestapo Osnabrück berichtet
Katholische Kirche
„Die Einstellung der katholischen Bevölkerung und der Geistlichkeit hängt in der Hauptsache ab von der Regelung, welche zwischen Reichsregierung und Episkopat erfolgt. Nach einer offiziellen Pressenotiz sollen die bekannten Verhandlungen über die Durchführung und Auslegung des Art. 31 des Konkordats zu einer befriedigenden Vereinbarung geführt haben. Die Bekanntgabe der getroffenen Vereinbarung wäre erwünscht.
Die z. Tl. starke Zurückhaltung der kath. Jugend vor dem Eintritt in die HJ beruht zum großen Teil darauf, dass jugendliche HJ-Führer die katholische Kirche und Geistliche stark angreifen. Darin sieht die katholische Bevölkerung einen Angriff gegen die katholische Religion. (…)
Der Kirchenbesuch war prozentual bedeutend stärker als in der evangelischen Kirche. Als Ursache wird die angebliche staatliche Bedrückung und Zurücksetzung der katholischen Kirche einerseits und die öffentliche Kirchenzersplitterung andererseits angesehen. Es ist die Aufgabe der Zukunft, dass die HJ durch eine maßvolle und taktisch kluge Behandlung der auftauchenden Probleme die ältere Generation nicht vor den Kopf stößt und diese dazu bringt, ihre Kinder nicht von der Hitlerjugend fernzuhalten. M. E. kann die politische Macht der Kirche nur auf diese Art und Weise gebrochen werden.“