Kölner HJ ehrt Erich Niejahr am Reichsgedenktag
Der 24. Januar, der Todestag des von der HJ als "Märtyrer" verehrten Herbert Norkus, wird 1934 von Baldur von Schirach zum Gedenktag für alle während der "Kampfzeit" getöteten Hitlerjungen erklärt. Die Kölner HJ veranstaltet aus diesem Anlass eine Gedenkfeier für den Kölner Marine-Hitlerjungen Erich Niejahr, der am 29. August 1932 bei einer Auseinandersetzung mit Kommunisten zusammengeschlagen wurde und in der Nacht vom 4. auf den 5. Oktober 1932 seinen Verletzungen erlag.
Der Tod Niejahrs war bereits 1932 von den Nationalsozialisten zu einer großen Propagandaveranstaltung genutzt worden. Sein Begräbnis wurde als ein Massentrauerzug gestaltet, mit dem die Ermordung und die fehlende Verfolgung des Täters angeklagt wurden.
Die Veranstaltung 1934 wird wiederum als politische Veranstaltung gestaltet. In einem langen Zug ziehen HJ, Jungvolk und BDM mit Fahnen und Wimpeln zum Grab Niejahrs, wo Bannführer Bornemann vom "Opfer und seinem Sinn" spricht: "Nationalsozialist sein, heiße, opfern können!" Wie Erich Niejahr treu zur Fahne gestanden habe, so müsse sich die HJ auch heute dem "Kämpfer der HJ" würdig erweisen und immer bereit sein, "den Eid auf die Fahne auch mit dem Tod zu halten".