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Ereignisse
1934
Januar

Keine bündischen Einflüsse im Jungvolk

In der Beilage des Westdeutschen Beobachters "Rheinische Hitlerjugend" erscheint am 2. Januar 1934 ein Artikel, der sich mit der Charakteristik des Deutschen Jungvolks befasst und die - offensichtlich vorhandenen, sonst wäre eine Thematisierung unsinnig - Einflüsse ehemals bündischer Führer scharf zurückweist.

Die ersten Jungvolkgruppen wurden, so der Artikel, etwa Anfang 1932 organisiert, meist als "Anhängsel von HJ-Scharen". Vom Weimarer Staat hätten sie wenige Vergünstigungen bekommen, Jugendheime, Fahrpreisermäßigungen und insgesamt die öffentliche Jugendpflege sei anderen Gruppierungen zugute gekommen, insbesondere der bündischen Jugend. Die NS-Jugend habe hingegen als "staatsfeindlich" gegolten.

Anders als die bündische Jugend habe sich das Jungvolk als eine "Jungengemeinschaft" verstanden, deren Idee "Revolution" bedeutet habe. Die Bünde hätten das Jungvolk daher auch abgelehnt, doch einige ihrer Führer hätten sich auch der Organisation angeschlossen.

Als erster Höhepunkt der Arbeit vor 1933 wird der Reichsjugendtag in Potsdam 1932 bezeichnet. Die Gruppen sollten nun eine "wirkliche Erziehungsgemeinschaft" werden.

Nach der Machtübernahme und der Auflösung der Jugendbünde in ihrer Folge schlossen sich die meisten ihrer Mitglieder und Führer dem Jungvolk an. Seitens des Jungvolks habe man seinerzeit "alles Gewesene" gestrichen und der "persönlichen Ehrlichkeit des Einzelnen" vertraut, da es um dei "Sache der deutschen Jungenschaft" gegangen sei.

Nun aber solle, dies zweifellos an die Adresse ehemals Bündischer, niemand meinen, "Sabotage" treiben zu können und im Jungvolk "Richtungen" bilden zu können. Der "gesunde Geist der Jungen" (womit der Geist der Bünde zugleich diskreditiert wird) zerschlage doch am Ende alles.

Das Jungvolk sei "Jungenschaft des Dritten Reichs": "Wenn diese Jungen später einmal in das Leben tretn, so soll alles wissen, dass hier wirklich die Besten der jungen Nation stehen, herausgewachsen aus der Jungenschaft, gestählt und gehärtet in ihr, im Bewusstsein, restlos das zu erfüllen, was dann Volk und Staat verlangt."

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