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Ereignisse
1930
September

Positive Berichterstattung über HJ in Bergisch-Märkischer Zeitung

Die Bergisch-Märkische Zeitung bringt in Nr. 258 vom 21. September 1930 eine Art Werbeartikel für die HJ, in dem von einem Heimabend der Hagener HJ am 20. September berichtet wird. Dabei wird vor allem die „Disziplin“ der Jugendlichen hervorgehoben sowie bei deren inhaltlicher Arbeit das Fehlen von Hasspredigten auf andere Parteien – offenbar Punkte, die als eigens erwähnenswert angesehen werden, um die HJ vom angeblichen Verhalten anderer Parteijugendorganisationen abzusetzen:

„Ein halbes Hundert frischer gesunder, deutscher Jungen kommt da zusammen, es ist Pflichtabend, keiner darf ohne triftige Entschuldigung fehlen. Sie rücken einzeln und in kleinen Gruppen geordnet, ruhig und manierlich an. Sie sind zwischen 14 und 16 Jahren, ihre Eltern gehören den verschiedensten Ständen an. Der Raum im städtischen Jugendheim, in dem sie sich versammeln, ist allerdings höchst unzureichend, aber die Leitung dieses Heimes hat sich trotz wiederholter Vorstellung noch nicht dazu verstanden, einen anderen zur Verfügung zu stellen, obgleich er vorhanden wäre.

Die kleine Versammlung, selbstverständlich geht es durchaus alkoholfrei zu, beginnt mit geschäftlichen Erledigungen, denen der Leiter, Helmut Becker, ein frischer junger Mann in der Mitte der Zwanzig, eine der Jugend verständliche Besprechung der Reichstagswahlen folgen lässt, in der er alle Angriffe und Seitenhiebe auf andere Parteien durchaus vermeidet, wie denn überhaupt bei den Zusammenkünften der Hitlerjugend zum Unterschied von den Zusammenkünften der sozialdemokratischen und kommunistischen Jugend nicht Hass gepredigt wird, sondern Liebe zu Volk und Vaterland und zum nächsten Kameraden.

Der kurzen politischen Unterrichtung folgt ein kernig gesungenes Lied, an das sich eine schlichte Gedächtnisfeier für Hermann Löns schließt, dessen Todestag sich am 28. September zum sechzehnten Male jährt. So wird neben der politischen auch die Allgemeinbildung an diesen Abenden gefördert. Die Jungen hören aufmerksam zu, man merkt ihnen an, dass sie bei der Sache sind. Es wurden noch ein paar Lieder gesungen, einige Anweisungen für fernere Veranstaltungen, einige Ermahnungen für properes Verhalten werden gegeben und dann ist Schluss; der Abend darf nicht lange ausgedehnt werden, denn morgen ist fast für alle Jungen wieder Arbeitstag. In Ordnung, wie sie gekommen, ziehen sie wieder ab.“

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