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Ereignisse
1934
Juni

Leitsätze der Arbeit des Westbundes

Am 18. Juni 1934 formuliert Johannes Busch als mit der Führung der Geschäfte des Westbundes Beauftragter „einige grundsätzliche und praktische Leitsätze über die Arbeit unseres Westbundes“, in denen u.a. klargestellt wird, dass der Bund „selbstverständlich … auf dem Boden der Bekennenden Kirche steht“, was die Bundesarbeit künftig „auf ganz neue Weise in die Gemeinde“ hineinführe. Das werde keinesfalls ein leichter weg sein, so Busch weiter, der erwartet, dass „die Durchführung der Arbeit … auf ernste Schwierigkeiten stoßen“ werde. Als Arbeitsmaximen führt er an:

„b) Den Stamm unserer Vereine werden in Zukunft die .jungen Männer über 18 Jahre bilden. Die Schlagkraft und Arbeitsfähigkeit der einzelnen Gruppen wird davon abhängen, dass wir klar ausgerichtete und gut geschulte Jungmännergruppen überall bekommen.

c) Vieles in unserem Werk ist zerschlagen - eins ist uns geblieben: Gottes Wort. Das genügt uns. Es gilt darum, unsere Vereine ganz neu aufzubauen auf diesem ewigen Grunde der Heiligen Schrift.
Hieran muss jeder zur persönlichen Entscheidung kommen. Aus dem Wort heraus muss sich unsere Bruderschaft bauen. Das Wort alle: gibt uns Inhalt und Kraft unseres Auftrags und unserer Verkündigung an die Welt.
Ganz besonders wichtig ist in dieser Zeit, in der sich die Geister scheiden, dass unsere Vereine und Gruppen zu einer klaren biblischen Erkenntnis geführt werden, die vertieft und gefestigt wird durch eifriges und gründliches Erforschen der Heiligen Schrift, des Katechismus und der Bekenntnisschriften der Väter und durch Studium der Kirchengeschichte und der Missionskunde.

d) Die 10-18-Jährigen irgendwie organisatorisch zu erfassen, ist uns verwehrt. Wir meiden darum jegliche organisatorische Form dieser Arbeit. Das entbindet uns aber nicht von unserem Auftrag an unserer Jugend, Den müssen wir ausrichten, mag kommen, was will, denn der Herr Christus selbst hat uns das befohlen.
Wir müssen die 10-18-Jährigen in freien jugendgemäßen Bibelstunden sammeln, die unserer besonderen Pflege bedürfen, damit die sonst so viel beanspruchte Jugend in diesen einzelnen wenigen Stunden ganz unter die erneuernde Kraft des göttlichen Wortes und unter die Freude einer christlichen Lebensgestaltung gestellt wird.
In diesen Gruppen müssen wir uns die Pflege des geistlichen Liedes ganz besonders angelegen sein lassen.

e) Dadurch, dass wir alle organisatorische Form der Jugendarbeit aufgeben, müssen wir unsere Aufmerksamkeit mit allem Ernst einem neuen Arbeitsgebiet zuwenden, das mit ganzer Treue begonnen werden muss: die Elternarbeit. Die Eltern unserer in der Bibelstunde erfassten Jugend müssen durch Elternabende zu einem festen Ring zusammengeschlossen werden, der betend unsere Arbeit trägt und auch durch geldliche Opfer unsere Arbeit fördert. Hier sind große Möglichkeiten für unsern Dienst, die sofort in Angriff genommen werden müssen.

Der Kreisverband.

Der Arbeit unserer Kreisverbände kommt in Zukunft eine viel größere Bedeutung zu als sie bisher weithin hatte. Einige Kreisverbände haben schon energisch angefangen. Das muss aber systematisch durch das ganze Bundesgebiet durchgeführt werden.

Die Kreisverbände müssen viel mehr Geschlossenheit und Zusammenarbeit bekommen. Die einzelnen Vereine sind in dieser Zeit oft in solcher Bedrängnis, dass sie regelmäßige Zusammenkünfte der Kreisverbände nicht mehr entbehren können. Wir müssen darum die Kreisverbandsarbeit so ausbauen, dass die Arbeit des einzelnen Vereins viel mehr getragen und gefördert wird von der gesamten Bruderschaft des Kreisverbandes.“

Mit Blick auf die erschwerte Kommunikation fügt Busch hinzu: „Durch unsere Zeitschriften werden wir ja die Fühlung mit jedem einzelnen fortlaufend haben. Aber deshalb ist es in dieser Zeit, wo wir unsere Arbeit nur in ganz enger Verbundenheit durchführen können, besonders nötig, dass die Zeitschriften mit regelmäßiger Treue bis zu den letzten Gliederungen unseres Bundes gebracht und gelesen werden.“

Er schließt sein Schreiben: „Und nun in Gottes Namen ans Werk. Wie sich unsere Arbeit im Einzelnen gestalten wird, wissen wir nicht. Gott schenke uns gehorsamen Blick auf seine Führung. Er möge uns davor bewahren, dass wir eigenwillige Wege gehen.“

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