Die Gestapo Bielefeld berichtet für den Regierungsbezirk Minden
Mit Blick auf den aus NS-Sicht nicht befriedigenden Ausgang der Volksabstimmung vom 19. August 1934 heißt es: „Die mehr oder weniger starke Zunahme der Neinstimmen in den katholischen Kreisen, die vorwiegen ländlichen Charakter tragen, ist nicht, wie von manchen vor der Wahl befürchtet wurde, auf Klagen über die Maßnahmen des Reichsnährstandes zurückzuführen, sondern ohne Zweifel begründet in den Auseinandersetzungen, welche z.Zt. zwischen dem Staat und der katholischen Kirche, nicht zuletzt auf dem Gebiete der katholischen Jugendverbände sehr stark im Vordergrund des Interesses stehen. Der Kampf um die katholische Jugend nimmt überall zu. Die jüngeren Geistlichen worden eigens geschult, wie in der letzten Zeit festgestellt worden konnte, um in der Lage zu sein, einen bestimmenden Einfluss auf die katholische Jugend gewinnen zu können.
Ihr Wirken hat allerorts eine Zunahme der Mitgliederzahl in den katholischen Vereinen, insbesondere bei der deutschen Jugendkraft zur Folge, wobei der Einbruch in die Hitler-Jugend dort an stärksten ist, wo diese sachliche oder persönliche Fehler gemacht hat. Die katholische Geistlichkeit hat es vermieden, in irgendeiner Form zu der Volksabstimmung Stellung zu nehmen. Immerhin hat sie in der letzten Zeit sich auch in Gottesdiensten mit den Fällen Dr. Klausener und Probst beschäftigt und erreicht, dass diese Fälle in der katholischen Bevölkerung sehr stark besprochen worden.“