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Ereignisse
1934
September

September 1934: Die Gestapo Trier berichtet für den Regierungsbezirk Trier

Über die Stimmung innerhalb der katholischen Jugend heißt es: „In kirchenpolitischer Hinsicht herrschte im Berichtsmonat im Bereich des Regierungsbezirks fast völlige Ruhe. Die Geistlichkeit hielt sich offenbar in Erwartung einer abschließenden Stellungnahme der päpstlichen Kurie zu den Konkordatsverhandlungen zurück und vermied auch jede regierungs- oder bewegungsfeindliche öffentliche Tätigkeit. Selbst aus einzelnen Orten, in denen früher immer über offene oder versteckte Gegenarbeit der kath. Geistlichkeit geklagt wurde, wird gemeldet, dass im Laufe des vergangenen Monats diese Gegenwirkung offenbar aufgehört habe. Hin und wieder wird wohl noch in Predigten gegen Rosenbergs „Mythos des 20. Jahrhunderts“ und ähnliche Werke Stellung genommen, doch enthielt man sich auch hierbei jeder weitergehenden Kritik der Bewegung und Staatsführung. Auch die katholischen Jugendverbände haben sich im Berichtsmonat nach außen hin sehr zurückgehalten. Fälle illoyaler Haltung gegenüber dem Staat sind auch bei ihnen nicht festgestellt worden.“

Zum Punkt „HJ“ wird ausgeführt: „Die HJ ist im Berichtsmonat kaum in Erscheinung getreten. Da sich auch die konfessionellen Jugendverbände in der letzten Zeit sehr zurückgehalten haben, ist es zu irgendwelchen erneuten Spannungen zwischen diesen und der HJ nicht gekommen. Es mehren sich jedoch die Stimmen, die darüber klagen, dass die HJ zum Teil nicht die geeigneten Ortsführer besäße und dass daher die Entwicklung und der Geist innerhalb der einzelnen Ortsgruppen vielfach erheblich zu wünschen übrig ließe. Die Bevölkerung stellt sich immer wieder auf den Standpunkt, dass die Führerstellen der HJ besser durch Lehrer und andere geeignete Parteigenossen bekleidet würden, die hinreichende Lebenserfahrung besäßen und ohne weiteres über Autorität verfügen würden. Die Verordnung, dass der Sonntag wie früher wieder der Familie gehören soll, wird mitunter immer noch nicht beachtet. Hierdurch entstehen natürlich leicht Unzuträglichkeiten mit der Geistlichkeit und Bevölkerung.“

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