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Ereignisse
1934
April

Werbekampagne der westfälischen HJ

Im Frühjahr führt die westfälische HJ eine große Werbekampagne durch, deren Erfolge jedoch lokal völlig unterschiedlich ausfallen.

Das Ergebnis einer Anfrage bei den Ortsbürgermeistern im überwiegend protestantisch-ländlich geprägten Landkreis Tecklenburg verdeutlicht, wie mitentscheidend die Konfession für den Organisationsgrad im Jungvolk ist. Im Einzelnen zeigt sich, dass es der HJ in den konfessionell geschlossenen katholischen Dörfern und Kleinstädten bis zum Sommer 1934 nur selten gelingt, alle 10- bis 14 jährigen in ihren Reihen zu organisieren. Hingegen zeichnet sich deutlich ab, dass das DJ in evangelischen Gemeinden weitaus erfolgreicher ist als in katholischen; der Organisationsgrad liegt in den fast rein protestantischen Orten zwischen 21 % (Ladbergen) und 95 % (Tecklenburg), in den fast rein katholischen Orten zwischen 7,8 % (Halverde) und 45,8 % (Hopsten).

Dort, wo die eine bzw. die andere Konfession eine deutliche Minderheit darstellt, zeigt sich, dass sich hier auch die katholischen Schüler dem Trend ihrer Diasporasituation anpassen und wie die Mehrheit ihrer evangelischen Schulkameraden dem Jungvolk beitreten. In Lengerich beispielsweise, wo von 746 Schülern nur 36 katholisch sind, schließen sich lediglich fünf junge Katholiken nicht dem Jungvolk an. In den Gemeinden hingegen, in denen die katholischen Schüler ein deutliches Übergewicht besitzt, verstärkt der Minderheitenstatus bei den evangelischen Schülern offenbar noch die Bereitschaft, sich der HJ anzuschließen. Im katholischen Brochterbeck, wo von 146 Schülern 46 dem evangelischen Bekenntnis angehören, waren von diesen 42 auch Mitglieder der insgesamt nur 51 Mitglieder umfassenden NS-Jugendorganisation.

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