Führerprobleme in der katholischen Jungschararbeit
Vor dem Hintergrund des massiven, zunächst stark „bündisch“ geprägten Ausdehnungsprozesses der Hitlerjugend gerade auch im Schülerbereich und der seit dem Frühjahr zunehmenden Auseinandersetzungen um das Neuheidentum setzt im Oktober 1934 in der Diözese Münster eine systematische Jungschararbeit ein. Der systematische Ausbau der katholischen Schülerarbeit wird auch von der Verbandszentrale in Düsseldorf nachdrücklich unterstützt, auf deren Initiative sich zur Jahreswende 1934/35 in Düsseldorf erstmals sämtliche erreichbaren Diözesanjungscharführer versammeln.
Es liegt aber einiges im Argen, wobei die deutlichen Defizite in der Jungschararbeit zumal auf dem Lande in einem eklatanten Mangel an geeigneten und geschulten Jungscharführern begründet liegen. Im Bezirk Recklinghausen z. B. gelingt es bis Anfang des Jahres 1935 nicht ein einziges Mal, sämtliche Jungscharführer des Bezirks vollständig zu einer Führerrunde zu versammeln. Erschwerend hinzu gesellt sich eine oft mangelnde Unterstützung durch den Ortsklerus.